René Warzecha: „Die Pandemie hat alles verlangsamt“

Wir sprechen mit René Warzecha, Geschäftsführer des Berliner Standorts der WvM Immobilien + Projektentwicklung GmbH über die Auswirkungen der Corona Pandemie auf den Immobilienmarkt.

Wen hat die Pandemie mehr getroffen, die Mieter und Käufer, die keine Notartermine machen konnten oder die Vermieter und Verkäufer?

René Warzecha

René Warzecha: Die Pandemie hat alles verlangsamt. Wir waren in der Lockdown-Phase als Käufer sowie auch als Verkäufer gleichermaßen betroffen. Alle Verkäufe haben sich verschoben und die Zeiträume für die Finanzierungen haben sich verlängert. Dadurch haben wir natürlich höhere Finanzierungskosten. In erster Linie nehmen wir als Projektentwickler Schaden durch die lähmende noch immer andauernde Lockdown-Phase der Bauämter. Diese sind weder technisch für Homeoffice ausgerüstet noch wurde die Tätigkeit in den Ämtern wieder aufgenommen. Das ist der größte Schaden.

Die Suchmaschine Google zeigt immer noch ein geringes Suchvolumen für Begriffe wie Eigentumswohnung kaufen bzw. mieten, ist die Krise also noch nicht überwunden, wann gibt’s Besserung?

René Warzecha: Dass keine Wohnungen zur Miete angeboten werden liegt in Berlin am Mietendeckel und nicht an der Pandemie. Das wird sich auch nicht mehr ändern, wenn der Mietendeckel bestehen bleibt. Die Idee, dass sich durch den Mietendeckel der Wohnungsmarkt bessert, Mieten günstiger werden und der Druck vom Markt genommen wird, ist ein Wunschgedanke, der leider weder was mit der Realität noch mit der Pandemie zu tun hat. Die Verkäufe von Eigentumswohnungen sind mittlerweile auf nahezu dem gleichen Niveau wie vor der Pandemie.

Sind Sie in Ihrem Geschäft von Kontaktbeschränkungen oder anderen Corona-Maßnahmen betroffen?

René Warzecha: Ja natürlich. Für uns gelten Abstandsregeln und Hygienemaßnahmen genauso wie in anderen Geschäftsbereichen. Wir halten uns an die Regeln indem wir Besprechungen nur in kleinen Runden abhalten und größere Meetings digital durchführen. Auch bei Beratungsgesprächen mit Kunden achten wir auf ausreichend Abstand und bieten Masken sowie Desinfektionsmittel zum Schutz an.

Wie sehr wären Sie mit Ihrem Unternehmen von einem zweiten Lockdown betroffen?

René Warzecha: Wir hoffen, dass es nicht noch einmal soweit kommt. Wir müssten wieder alle Mitarbeiter ins Home-Office schicken, die Verkäufe würden wieder langsamer ablaufen und dadurch würden die Kosten intern wieder ansteigen.

Werden die Immobilienpreise langfristig wieder fallen?

René Warzecha: Solange die Kosten nicht fallen, können die Preise nicht sinken. Derzeit wird das Angebot in Berlin durch die wenigen Genehmigungen eher verknappt als entspannt. Die für viele unsichere Lage an den Aktienmärkten ist eher förderlich für den Wohnungsbau. Dies gilt für den privaten Anleger sowie für institutionelle Investoren.

Herr Warzecha, wir danken Ihnen für das Gespräch.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.