Für jede Art von Content, Zielgruppe und Nutzungsintention gibt es passende Social-Media-Kanäle

Wir sprechen mit Eileen Piskorz, Geschäftsführerin bei fischerAppelt, über Content- und Social-Media-Marketing.

Eileen Piskorz

Was ist Content-Marketing und warum ist es im B2B-Bereich wichtig?

Eileen Piskorz: Beim Content Marketing geht es um die Ansprache und Überzeugung der Zielgruppe mit Inhalten und Geschichten, mit Hintergründen und Mehrwert. Damit ist Content Marketing im Grunde genommen eine sehr alte Disziplin innerhalb der Werbung. Menschen lieben Geschichten! Denn sie unterhalten, involvieren und vermitteln abstrakte Sachverhalte verständlich. Der Vorteil von Content Marketing im Vergleich zu klassischer Werbung: Der Konsument wird sehr viel früher in die Lebenswelt der Marke geholt als erst zum Zeitpunkt der Kaufentscheidung. Und er erfährt mehr über das Produkt. Verbraucher verlangen heute mehr Informationen, beispielsweise über Produktionsbedingungen und Nachhaltigkeit generell. Die sind mit Werbung schwer zu vermitteln. Content Marketing birgt also große Potenziale vor allem für erklärungsbedürftige Dienstleistungen und damit auch für den B2B-Bereich.

Smartphones sind unsere ständigen Begleiter und haben einen hohen Stellenwert im Content-Marketing. Wie wichtig ist mobile wirklich?

Eileen Piskorz: Ohne Mobile geht nichts mehr! Die steigende Smartphone-Nutzung und die Entwicklung der mobilen Datenvolumen sprechen da eine eindeutige Sprache. Für junge Zielgruppen ist das Smartphone der soziale Sauerstoff – mehr als 90 Prozent der Teens sind mobil online. Genutzt werden altersübergreifend vor allem Social Media Apps und Instant Messenger wie WhatsApp. Das spricht absolut für den gezielten Einsatz von Social Media Marketing. Darüber hinaus müssen digitale Unternehmensangebote wie Websites heute für mobile Endgeräte optimiert sein, sonst werden sie nicht wahrgenommen.

Welcher Content eignet sich besonders gut für Social-Media-Marketing?

Eileen Piskorz: Die gute Nachricht für alle Marken jenseits des Beauty-, Fashion- oder Lifestyle-Sektors: Es gibt für jede Art von Content, Zielgruppe und Nutzungsintention einen passenden Social-Media-Kanal. Die ersten Fragen müssen also immer lauten: Wer ist meine Zielgruppe? Welche Bedürfnisse hat sie? Welche Kanäle nutzt sie mit welcher Intention? Und wie kann mein Produkt oder meine Dienstleistung auf diesen Kanälen einen Mehrwert bieten? Wenn ich diese Fragen beantworten kann, dann habe ich in aller Regel schon die Infos, die für die Erstellung von relevantem Social Media Content notwendig sind. Und der muss dann auch nicht immer „snackable“ sein. Auf der Businessplattform LinkedIn funktionieren beispielsweise auch längere Hintergrund- oder Meinungsbeiträge in reiner Textform sehr gut. Und auf YouTube erleben serielle Formate aktuell einen Boom. Was man unabhängig von Plattform und Format jedoch immer mitdenken sollte, ist die gezielte Vermarktung durch Mediabudget oder Influencer. Denn allein mit gutem Content kommt man gegen die Plattform-Algorithmen heute nicht mehr an.

Auch in Messenger funktioniert Content-Marketing. Welche Methoden sind effektiv?

Eileen Piskorz: Der enorme Vorteil von Messenger-Diensten ist, dass die Zielgruppe genau dort erreicht werden kann, wo sie ohnehin „always on“ ist – auf den Social Media Plattformen. Unterscheiden kann man zwischen Push- und Pull-Formaten: Push-Kommunikation macht vor allem für Informationsangebote Sinn – etwa Newsletter, News-Aussendungen für Special Offers oder Veranstaltungshinweise. Pull-Angebote sind bei allen Arten von Service-Leistungen naheliegend. Das muss dann gar nicht unbedingt immer die digitale Service Hotline sein. Ich persönlich bin ein Fan von Messenger Games oder anderen content-getriebenen Interaktionsformaten – und für mich dürfen auch Chatbots zum Einsatz kommen. Alle Messenger Dienste sollten aber DSGVO-konform sein.

Was sind für Sie die größten Content-Marketing-Trends?

Eileen Piskorz: Zum ersten ​Data Storytelling ​– das wird jetzt zum Standard! Beinahe jede Bewegung im Netz ist messbar. Das birgt nie dagewesene Einsichten in Zielgruppenbedürfnisse. Schafft aber auch eine neue Verantwortung: User erwarten mehr denn je sinnstiftende Inhalte von Marken. Auch​ Experience-Technologien​ sind weiter auf dem Vormarsch: Neben KI, AR & VR gewinnen Live-Formate an Bedeutung. Sie sind mittlerweile auf allen relevanten Social Media Plattformen möglich. Auf Formatebene bleiben die großen Trends Bewegtbild – hier zunehmend ​Vertical Storytelling​ – und der so genannte „Ephemeral Content“ – also vergängliche Content Formate wie Instagram Storys.

Worauf ist Ihr Unternehmen spezialisiert und mit welchem Know-how unterstützen Sie Ihre Kunden?

Eileen Piskorz: Wir glauben an relevanten Content. fischerAppelt steht für 360 Grad Kommunikation und hat für jede Disziplin und jeden Kanal Spezialisten. Wir sehen uns daher sozusagen als Spezialisten des Ganzen. Je nach Kundenanforderung variiert unser Angebot entsprechend von Data über Design bis Distribution, von Strategie über Stories bis Sales oder von Kreation über Content bis Campaigning. Wir verstehen die Anforderungen an PR und Marketing aus Unternehmenssicht. Unser Anspruch ist es deshalb, bei allem was wir tun, einen nachweislichen Beitrag zur Wertschöpfung unserer Kunden zu leisten.

Frau Piskorz, wir danken Ihnen für das Gespräch.

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