Die stille Arbeit guter Interfaces

Interview mit Webdesign Bremen
Webdesign Bremen beschäftigt sich mit realen Nutzerinteraktionen im digitalen Alltag. Im Gespräch wird deutlich, warum gute User Experience leise wirkt – und weshalb Klarheit und Reduktion wichtiger sind als Trends.

Welche neuen Möglichkeiten sehen Sie derzeit im Bereich der User Experience, die das Potenzial haben, die Branche nachhaltig zu verändern?
Die entscheidende Entwicklung ist für mich die Rückkehr zur Einfachheit. User Experience wird nicht besser, indem man immer mehr Funktionen integriert, sondern indem man konsequent reduziert. Durch Automatisierung, KI und bessere Datengrundlagen können Interfaces heute sehr viel intelligenter im Hintergrund arbeiten, während die Oberfläche ruhiger, klarer und verständlicher wird. Nachhaltig verändern wird die Branche nicht die nächste Designmode, sondern der Wandel von UX von reiner Gestaltung hin zu einem strategischen Entscheidungswerkzeug für Unternehmen.

Inwiefern bestehen Risiken oder Unsicherheiten bei der Implementierung neuer User-Experience-Trends, die Unternehmen beachten sollten?
Das größte Risiko ist, Trends umzusetzen, ohne den eigenen Nutzer wirklich zu kennen. Viele Unternehmen übernehmen Muster aus anderen Branchen oder von großen Plattformen, obwohl sie nicht zur eigenen Zielgruppe passen. Das führt zu Überforderung, Misstrauen oder schlechter Orientierung. Besonders kritisch sehe ich den unreflektierten Einsatz von Personalisierung und KI, wenn Nutzer nicht mehr nachvollziehen können, warum sich eine Oberfläche so verhält, wie sie es tut. Vertrauen entsteht durch Verständlichkeit, nicht durch Überraschung.

Was sind Ihrer Meinung nach die entscheidenden Kriterien, um im Bereich User Experience erfolgreich zu sein?
Erfolgreiche User Experience entsteht dort, wo Klarheit über Design gestellt wird. Nutzer wollen schnell verstehen, was möglich ist, wo sie sich befinden und was der nächste sinnvolle Schritt ist. Entscheidend ist außerdem, dass UX nicht isoliert gedacht wird, sondern Teil der Markenwirkung bleibt. Eine Website oder Anwendung wirkt nur dann stimmig, wenn Sprache, Struktur, Geschwindigkeit und Gestaltung eine Einheit bilden. UX ist kein Geschmacksthema, sondern das Ergebnis von Beobachtung, Messung und konsequenter Verbesserung.

Gibt es eine besonders relevante Beobachtung, die Sie im Zusammenhang mit aktuellen User-Experience-Trends gemacht haben?
Ich beobachte, dass Nutzer deutlich weniger Geduld haben als noch vor wenigen Jahren, gleichzeitig aber sensibler auf Qualität reagieren. Schlechte User Experience wird heute kaum noch kritisiert – sie wird einfach verlassen. Das führt dazu, dass Unternehmen oft nicht erkennen, warum Anfragen, Käufe oder Kontakte ausbleiben. UX wirkt zunehmend still im Hintergrund, sowohl positiv als auch negativ. Wer sie unterschätzt, verliert, ohne es sofort zu bemerken.

Wie bereiten Sie sich strategisch auf zukünftige Entwicklungen im Bereich User Experience vor?
Ich beschäftige mich weniger mit Prognosen und stärker mit realem Nutzerverhalten. Strategisch heißt das für mich, regelmäßig zu prüfen, wie Menschen tatsächlich mit digitalen Produkten umgehen, wo sie abbrechen, zögern oder sich sicher fühlen. Zukunftsfähige User Experience entsteht nicht durch Experimente um ihrer selbst willen, sondern durch klare Entscheidungen, bewusstes Weglassen und den Mut, Dinge einfacher zu machen als der Wettbewerb.

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