IT-Security als Bestandteil unternehmerischer Strategie

Interview mit Stanislav Kovtun
Stanislav Kovtun, Geschäftsführer der dostani IT GmbH, beschreibt, wie sich IT-Security vom technischen Zusatzthema zur strategischen Kernaufgabe von IT-Dienstleistern entwickelt hat.

Inwiefern hat sich die strategische Relevanz von IT-Security in den letzten Jahren für IT-Dienstleister verändert?

IT-Security hat sich von einer rein technischen Disziplin zu einem geschäftskritischen Faktor entwickelt. Früher war Sicherheit oft ein „Add-on“, heute ist sie integraler Bestandteil von Geschäftsmodellen, Haftungsfragen und Vertrauensbeziehungen. Für IT-Dienstleister bedeutet das: Wer Security nicht strategisch denkt, verliert mittelfristig Markt- und Wettbewerbsfähigkeit. Kunden erwarten heute nicht nur funktionierende IT, sondern nachweisbare Resilienz, Compliance und Risikominimierung.

Welche Veränderungen in Prozessen oder Sicherheitsmodellen haben sich als besonders effektiv erwiesen?

Besonders effektiv sind klare Standardisierungen und das Prinzip „Security by Design“. Dazu zählen Zero-Trust-Ansätze, konsequente MFA-Nutzung, rollenbasierte Zugriffskonzepte und automatisierte Patch- und Monitoring-Prozesse. Auch Managed-Security-Modelle mit klar definierten SLAs haben sich bewährt, weil sie Sicherheit planbar, messbar und kontinuierlich überprüfbar machen – statt reaktiv auf Vorfälle zu reagieren.

Wie haben sich die Rollenbilder und Qualifikationen im Bereich IT-Security innerhalb Ihrer Organisation weiterentwickelt?

Die klassische Trennung zwischen Administrator und Security-Spezialist verschwimmt zunehmend. Security-Kompetenz ist heute eine Grundanforderung in nahezu allen technischen Rollen. Gleichzeitig gibt es spezialisierte Profile, etwa für Incident Response, Cloud Security oder Compliance. Der Fokus liegt stark auf kontinuierlicher Weiterbildung, da technisches Know-how allein nicht mehr ausreicht – Verständnis für Prozesse, Risiken und Kundenanforderungen ist ebenso entscheidend.

Auf welche Weise fördern Sie die Kooperation zwischen verschiedenen Abteilungen, um die IT-Security zu stärken?

IT-Security funktioniert nur ganzheitlich. Deshalb binden wir Sicherheit frühzeitig in Projekte, Prozesse und Entscheidungen ein – nicht erst am Ende. Regelmäßige Abstimmungen zwischen Technik, Service, Management und teilweise auch Kunden sorgen dafür, dass Security kein isoliertes Thema bleibt. Transparente Kommunikation und klare Verantwortlichkeiten sind dabei entscheidend, um Silos zu vermeiden.

Was erwarten Sie langfristig von der Entwicklung der IT-Security-Strategien in Ihrer Branche?

Langfristig wird IT-Security noch stärker in Richtung Risiko- und Geschäftsstrategie rücken. Automatisierung, KI-gestützte Erkennung und präventive Sicherheitskonzepte werden weiter an Bedeutung gewinnen. Gleichzeitig steigt der regulatorische Druck. Erfolgreiche IT-Dienstleister werden diejenigen sein, die Security nicht nur technisch beherrschen, sondern als festen Bestandteil ihrer Beratung, ihrer Services und ihrer Unternehmenskultur verankern.

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Stanislav Kovtun

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