Mobile First als neuer Ausgangspunkt der Gestaltung

Interview mit Burkhard Asmuth
Burkhard Asmuth, Geschäftsführer von Contunda, erläutert, warum Mobile First heute der Ausgangspunkt moderner Webgestaltung ist und welche strategischen Konsequenzen sich daraus für Agenturen ergeben.

Welche neuen Möglichkeiten eröffnet das Mobile First Design für Webagenturen in der Gestaltung von Nutzererlebnissen?

Aus meiner Sicht eröffnet Mobile First Design vor allem die Chance, Nutzererlebnisse radikal zu vereinfachen und konsequent am tatsächlichen Nutzungskontext auszurichten. Wir denken bei Contunda seit vielen Jahren „Mobile First“, weil sich das Nutzungsverhalten – auch bei uns selbst – eindeutig in Richtung Smartphone verschoben hat.
Mobile First zwingt Agenturen dazu, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren: klare Inhalte, intuitive Navigation und schnelle Ladezeiten. Genau daraus entstehen oft die besseren Nutzererlebnisse, die später auch auf Desktop-Geräten überzeugen. Für Webagenturen bedeutet das, dass Gestaltung nicht mehr vom großen Bildschirm ausgeht, sondern vom echten Alltag der Nutzer – unterwegs, zwischendurch, mit begrenzter Aufmerksamkeit.

Was sind die größten Risiken oder Unsicherheiten, die mit der Implementierung eines Mobile First Designs verbunden sind?

Das größte Risiko sehe ich darin, Mobile First nur oberflächlich umzusetzen. Wenn ein Projekt lediglich visuell „mobil angepasst“ wird, ohne Inhalte, Struktur und Funktionen neu zu denken, bleibt der Mehrwert aus.
Ein weiterer Unsicherheitsfaktor ist die interne Erwartungshaltung auf Kundenseite. Viele Entscheider bewerten Websites noch immer primär am Desktop, obwohl das Feedback, das wir im Alltag erhalten, fast ausschließlich aus der mobilen Nutzung auf dem Smartphone stammt. Hier braucht es Aufklärung und klare Argumente, warum mobile Entscheidungen oft Vorrang haben müssen.
Technisch unterschätzt werden zudem Performance, Core Web Vitals und Touch-Bedienbarkeit – alles Faktoren, die im Mobile-First-Kontext über Erfolg oder Misserfolg entscheiden.

An welchen Kriterien orientieren Sie sich, um zu entscheiden, ob ein Mobile First Ansatz für ein Projekt geeignet ist?

Für uns ist Mobile First heute in den meisten Fällen der logische Standard und keine optionale Designentscheidung mehr. Die zentrale Frage lautet nicht, ob Mobile First geeignet ist, sondern wie konsequent er umgesetzt werden sollte.
Wir orientieren uns dabei an klaren Kriterien: der Analyse bestehender Nutzerdaten und Geräteverteilungen, dem Zielgruppenverhalten und den Nutzungssituationen, der Art der Inhalte und Interaktionen sowie den Conversion-Zielen und Nutzerintentionen.
Da wir aus Erfahrung wissen, dass Kundenfeedback fast immer die mobile Version betrifft, priorisieren wir diese auch in Konzeptions- und Testphasen. Desktop ist für uns häufig die Erweiterung – nicht der Ausgangspunkt.

Gibt es spezifische Beobachtungen oder Erfahrungswerte, die besonders relevant für den Erfolg von Mobile First Projekten sind?

Ein zentraler Erfahrungswert aus unserer Arbeit ist: Je früher Mobile First in die strategische Planung eingebunden wird, desto erfolgreicher wird das Projekt. Wenn Informationsarchitektur, Content und Design von Anfang an mobil gedacht werden, entstehen deutlich stabilere Ergebnisse.
Wir beobachten außerdem, dass Mobile-First-Projekte dann besonders gut funktionieren, wenn Entscheidungen datenbasiert getroffen werden und nicht aus persönlichem Geschmack heraus. Nutzer scrollen anders, lesen anders und interagieren anders auf dem Smartphone – wer das ignoriert, verschenkt Potenzial.
Nicht zuletzt zeigt sich immer wieder, dass eine gute mobile Experience automatisch auch die Desktop-Qualität verbessert, weil Prozesse klarer und Inhalte präziser werden.

Wie bereiten sich Webagenturen strategisch auf die Zukunft des Mobile First Designs vor?

Strategisch bedeutet Mobile First für uns bei Contunda vor allem eines: dauerhaftes Umdenken. Wir investieren kontinuierlich in Analyse-Tools, Performance-Optimierung und UX-Know-how, um mobile Nutzung realistisch abbilden zu können.
Zukünftig wird Mobile First noch stärker mit Themen wie Page Speed, Barrierefreiheit, KI-gestützter Personalisierung und sprachbasierter Suche verknüpft sein. Agenturen müssen lernen, nicht nur Designs zu liefern, sondern mobile Nutzungsszenarien ganzheitlich zu verstehen.
Für uns ist klar: Mobile First ist kein kurzfristiger Trend, sondern die Basis moderner Webentwicklung – und wer heute nicht konsequent mobil denkt, wird morgen von den Erwartungen der Nutzer überholt.

Interview teilen: 

Facebook
Twitter
LinkedIn
WhatsApp
No related posts found for the provided ACF field.

Zum Expertenprofil von Burkhard Asmuth

Burkhard Asmuth

Weitere Informationen zum Thema finden Sie unter diesem Link:

Weitere Interviews

die neusten BTK Videos