Wie konsistente Nutzererlebnisse Vertrauen und Bindung schaffen

Interview mit Joshua Keck
Mobile Nutzung dominiert, Gerätevielfalt wächst, Nutzererwartungen steigen. Warum Mobile First Design heute die Basis für Vertrauen, Performance und nachhaltige Customer Experience ist, erklärt Joshua Keck.

1. Welche Potenziale sehen Sie im Mobile First Design für die langfristige Kundenbindung und Benutzererfahrung?

Mobile First Design ist aus unserer Sicht ein zentraler Hebel für eine ganzheitliche digitale Customer Experience. Ziel ist es, über alle Endgeräte hinweg ein konsistentes, vertrauenswürdiges und positives Nutzungserlebnis zu schaffen. Vom kleinsten Screen bis hin zu großen Displays sollte sich eine Anwendung jederzeit stimmig, durchdacht und angenehm anfühlen.
Dieses Gefühl von Klarheit und Sorgfalt zahlt direkt auf Vertrauen und emotionale Bindung ein. Nutzerinnen und Nutzer spüren sehr genau, ob eine digitale Anwendung bewusst gestaltet wurde. Positive Emotionen und ein reibungsloses Erlebnis beeinflussen den Kaufprozess dabei häufig indirekt, aber nachhaltig.

2. Inwiefern birgt die Umstellung auf Mobile First Design auch Risiken für die bestehende Webarchitektur?

Grundsätzlich bewerten wir den Mobile-First-Ansatz überwiegend positiv. Risiken sehen wir vor allem bei sehr großen, SEO-starken Portalen mit komplexen Strukturen. Hier können Unachtsamkeiten bei der Umstellung, etwa in der Informationsarchitektur oder der technischen Umsetzung, temporär zu Rankingverlusten führen.
Für die meisten Unternehmen überwiegen jedoch klar die Vorteile, sofern die Umstellung strategisch geplant und sauber umgesetzt wird.

3. Welche Kriterien sind entscheidend, um den Erfolg eines Mobile-First-Ansatzes zu bewerten?

Zentrale Kriterien sind aus unserer Sicht zunächst die Ladezeiten, da Performance maßgeblich über Nutzung oder Absprung entscheidet. Hinzu kommen Qualität und Konsistenz des UI- und UX-Designs. Eine Anwendung sollte sich gut anfühlen, zur Marke passen und eine klare, logische Nutzerführung bieten.
Entscheidend ist zudem, dass diese Qualität auf allen Geräten und Bildschirmgrößen erhalten bleibt und nicht nur auf einem definierten Set von Endgeräten.

4. Gibt es spezifische Beobachtungen aus Ihrer Praxis, die die Relevanz von Mobile First besonders unterstreichen?

Unsere Praxis zeigt sehr deutlich, dass die Vielfalt internetfähiger Geräte stetig zunimmt. Unterschiedlichste Screen-Größen und Nutzungsszenarien erfordern flexible, fluide Systeme statt starrer Optimierungen für einzelne Gerätetypen.
Hinzu kommt die starke Nutzung von Social Media als Einstiegspunkt in digitale Erlebnisse. Der schnelle Wechsel von Plattformen auf Websites führt zu hohen mobilen Zugriffszahlen. Bei unseren B2C-Kunden beobachten wir mobile Zugriffe von etwa 80 bis 85 Prozent, im B2B-Umfeld liegen sie bei rund 20 bis 25 Prozent.
Zudem hat Google bereits vor einigen Jahren auf Mobile-First-Indexing umgestellt. Wer langfristig sichtbar bleiben möchte, muss diesen Faktor zwingend berücksichtigen.

5. Wie bereiten Sie sich strategisch auf zukünftige Entwicklungen im Bereich Mobile First Design vor, um wettbewerbsfähig zu bleiben?

Wir stellen unsere Arbeit sukzessive auf digitale Designsysteme um. Dabei denken wir vom kleinsten Element aus und entwickeln darauf aufbauend größere Strukturen. Diese Systeme sind vollständig fluide und passen sich flexibel an unterschiedlichste Nutzungskontexte an.
So entstehen Lösungen, die heutigen Anforderungen gerecht werden und gleichzeitig zukunftsfähig bleiben, ohne für jedes Endgerät individuellen Mehraufwand zu erzeugen. Der Fokus liegt dabei klar auf Skalierbarkeit, Konsistenz und einer langfristig tragfähigen digitalen Architektur.

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Joshua Keck

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