Wie verändert die Digitalisierung die Rolle von Immobilienmaklern im Hinblick auf Kundeninteraktion und Serviceangebote?
Die Digitalisierung hat unseren Berufsalltag deutlich verändert. Kunden erwarten heute schnelle Rückmeldungen, gut aufbereitete Unterlagen und transparente Abläufe. Dazu gehört inzwischen ganz selbstverständlich, dass relevante Objektunterlagen online abrufbar sind und Termine digital angefragt oder direkt gebucht werden können.
Viele Informationen werden vorab digital vermittelt, wodurch Gespräche gezielter und effizienter werden. Die Rolle des Maklers verschiebt sich dadurch stärker in Richtung Begleitung und Strukturierung des gesamten Prozesses – von der ersten Anfrage bis zum Abschluss.
Welche Widerstände begegnen Ihnen typischerweise bei der Einführung digitaler Vermarktungsstrategien in der Branche, und wie lassen sich diese überwinden?
Die größten Hürden liegen weniger in der Technik als in der Einstellung. Viele sind zunächst vorsichtig, weil sie zusätzlichen Aufwand befürchten oder Sorge haben, in kostenintensive Systeme oder unübersichtliche Abomodelle zu geraten. Auch die Angst, dass der persönliche Kontakt durch digitale Prozesse verloren geht, spielt eine Rolle.
In der Praxis zeigt sich jedoch, dass sinnvoll eingesetzte digitale Tools die Arbeit erleichtern und die Kommunikation verbessern. Entscheidend ist, transparent vorzugehen, nur das einzusetzen, was wirklich Mehrwert bringt, und digitale Prozesse als Unterstützung zu verstehen – nicht als Ersatz für persönliche Beratung.
Gibt es ein konkretes Beispiel, wo die digitale Vermarktung entscheidend zum Erfolg eines Immobilienprojektes beigetragen hat?
Gerade beim Verkauf von Eigentumswohnungen als Kapitalanlage zeigt sich der Vorteil digitaler Vermarktung sehr deutlich. Diese Käufergruppe entscheidet weniger emotional, sondern stark faktenbasiert. Entsprechend wichtig sind ein schneller Zugriff auf Unterlagen, ein transparentes Zahlenwerk und eine klare Darstellung der wirtschaftlichen Eckdaten.
Im letzten Quartal 2025 konnten wir beispielsweise Eigentumswohnungen in Dresden-Friedrichstadt sowie in der Dresdner Neustadt erfolgreich platzieren. Durch die digitale Vermarktung konnten wir online gezielt eine größere Anzahl potenzieller Kapitalanleger ansprechen, die genau nach solchen Objekten suchen. Alle relevanten Informationen – von Mietdaten über Kostenstrukturen bis hin zu Objektunterlagen – waren jederzeit online abrufbar. Dadurch hatten viele Käufer bereits vor der ersten Besichtigung eine fundierte Entscheidungsgrundlage. Gespräche waren konkreter, Besichtigungen effizienter und Kaufentscheidungen wurden schneller getroffen.
Inwiefern spüren Sie im Alltag eine veränderte Wahrnehmung Ihrer Arbeit durch die verstärkte Nutzung digitaler Tools?
Kunden sind heute deutlich besser informiert und vergleichen schneller. Dadurch fällt auch rascher auf, ob ein Objekt professionell vorbereitet ist oder nicht. Sehr positiv wird dabei wahrgenommen, dass auf Anfragen zeitnah reagiert wird und relevante Unterlagen häufig automatisiert zur Verfügung stehen. Das bringt Geschwindigkeit in den Prozess und sorgt früh für Klarheit.
Viele Interessenten loben, dass sie sich bereits kurz nach der Anfrage ein umfassendes Bild machen können. Gespräche sind dadurch deutlich konkreter und effizienter. Auch Eigentümer nehmen diese Arbeitsweise sehr bewusst wahr. In mehreren Fällen war genau dieser strukturierte, moderne Ansatz ausschlaggebend dafür, dass uns der Vermarktungsauftrag erteilt wurde. Eigentümer schätzen, wenn Prozesse nachvollziehbar sind, schnell greifen und dem heutigen Marktverständnis entsprechen.
Welche Kompetenzen sollten Immobilienmakler zukünftig entwickeln, um den Herausforderungen der digitalen Transformation zu begegnen?
Neben einer soliden Marktkenntnis wird es immer wichtiger, gut organisiert zu arbeiten, klar zu kommunizieren und digitale Prozesse sicher zu beherrschen. Kunden erwarten nachvollziehbare Abläufe, schnelle Informationen und eine professionelle Struktur – unabhängig davon, ob der Kontakt digital oder persönlich stattfindet.
Entscheidend ist dabei die Balance: Digitale Werkzeuge sollen die Arbeit erleichtern und transparenter machen, dürfen aber den persönlichen Austausch nicht ersetzen. Getreu meinem Motto: „Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit.“