Frau Nürnberger, viele KMU stehen aktuell unter hohem Veränderungsdruck. Was beobachten Sie in Ihrer Arbeit besonders häufig?
Viele Unternehmen spüren, dass bestehende Strukturen, Prozesse und Führungsmodelle nicht mehr ausreichen. Es geht weniger um einzelne Maßnahmen, sondern um eine klare Neuausrichtung: Was muss verändert oder optimiert werden? Wie arbeiten wir zusammen, wie führen wir, wie treffen wir Entscheidungen. Gleichzeitig fehlt im Tagesgeschäft oft die Zeit und auch die finanzielle Möglichkeit, diese Fragen strukturiert anzugehen.
Genau hier setzt das INQA Coaching an. Was verbirgt sich konkret hinter dem Programm?
Das INQA Coaching ist ein Förderprogramm des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Es richtet sich an kleine und mittlere Unternehmen mit bis zu 249 Mitarbeitenden, die mindestens zwei Jahre am Markt tätig sind. Gefördert werden bis zu zwölf Beratungstage à 1.200 Euro. Das entspricht einem Gesamtvolumen von 14.400 Euro. 80 Prozent der Kosten werden gefördert, der Zuschuss beträgt 11.520 Euro. Der Eigenanteil der Unternehmen liegt bei 2.880 Euro und ist als Betriebsausgabe absetzbar.
Wofür nutzen Unternehmen diese geförderte Beratung konkret?
Die Themen sind sehr praxisnah. Es geht um strategische Neuausrichtung, Optimierung von Organisation und Prozessen, klare Rollen und Verantwortlichkeiten, wirksame Führung, Zusammenarbeit im Team sowie den Umgang mit Veränderungs- und Wachstumsphasen. Das Coaching ist individuell auf das jeweilige Unternehmen zugeschnitten.
Viele Förderprogramme gelten als komplex. Wie erleben Sie das INQA Verfahren?
Das Verfahren wird von vielen Unternehmen als wenig transparent oder schwierig wahrgenommen. Die formale Erstberatung erfolgt über autorisierte INQA-Erstberatungsstellen, zum Beispiel bei den Industrie- und Handelskammern. In meiner Rolle als zertifizierte INQA-Beraterin unterstütze ich Unternehmen daher ergänzend bei der Orientierung und Vorbereitung im Antragsverfahren, ohne die Aufgaben dieser Stellen zu ersetzen. So können Unternehmen gut vorbereitet und formal sauber in den Prozess gehen.
Welche Unternehmen profitieren aus Ihrer Sicht besonders vom INQA Coaching?
Besonders profitieren kleine und mittlere Unternehmen, die vor Veränderungen stehen, zum Beispiel durch Wachstum, Nachfolge, Fachkräftemangel oder neue Marktanforderungen. Gerade inhabergeführte Unternehmen nutzen das INQA Coaching, um ihre Organisation und Führung strukturiert und zukunftsfähig weiterzuentwickeln.
Wie können interessierte Unternehmen mehr erfahren?
Der Einstieg erfolgt über die autorisierten INQA-Erstberatungsstellen. Ausführliche Informationen zum Programm finden sich unter https://www.inqa.de/inqa-coaching. Für eine erste fachliche Einordnung, Fragen zur Umsetzbarkeit oder zur Orientierung im Antragsverfahren stehe ich Unternehmen gerne zur Verfügung, insbesondere im Raum Bayern, in der Metropolregion Nürnberg und in der Oberpfalz.