Ein Muss für jeden, der einen Internetanschluss hat – Klaus Schulze

Wir sprechen mit Klaus Schulze, von der KS – Kompetente Sicherheit Versicherungsmakler GmbH aus Berlin, über Sachversicherungen und  Cyber-Schutz.                                                                                                

 Für 2020 besagt der aktuelle „Markt Report 2020“ des internationalen Versicherungsmaklers Aon, dass die Schaden-Kostenquote in der industriellen und gewerblichen Sachversicherung von 98 Prozent auf 115 Prozent steigt. Die Schadenquote soll sich von 76 Prozent auf 93 Prozent erhöhen. Können Sie uns das ein bisschen erläutern?

Klaus Schulze: Tatsächlich sind die Schadenquoten gestiegen, da natürlich auch für die bereits eingereichten BU-Schäden Reserven/Rücklagen gebildet wurden, die in die Schadenquoten mit einfließen solange die Schäden noch nicht reguliert sind.

Wie kann sich ein Klein- oder mittleres Unternehmen gegen Umsatzeinbrüche oder Auftragsrückgänge wegen der Pandemie absichern?

Klaus Schulze: Es gibt inzwischen für spezielle Branchen Konzepte, die Ausfälle durch Corona etc. absichern können, es kommt aber auf detailliertes Wording in den Bedingungen an. Nach unseren Informationen sind diese neuen Deckungen, nicht nur aus kaufmännischen Gesichtspunkten, allerdings wenig sinnvoll.

Dadurch, dass viele Arbeitnehmer „Homeoffice“ machen und online unterwegs sind, soll angeblich die Cyber-Kriminalität durch vermehrte Fake-Angebote (z.B. Corona-Risikoabsicherung) steigen. Wie kann sich der Einzelne schützen?

Klaus Schulze: Die Cyberkriminalität hat in den letzten Jahren erheblich zugenommen. In der Versicherungsbranche spricht man davon, dass dafür eine Versicherung so „notwendig wie eine Feuerversicherung“ ist. Auch hier gibt es inzwischen erstaunlich günstige Versicherungskonzepte, die oft sehr hohen Kosten abzudecken. Eigentlich ein Muss für jeden, der einen Internetanschluss hat. Cyberkriminelle attackieren inzwischen alle IT-Systeme mit dem Ziel, sensible Daten zu stehlen, zu manipulieren oder hohe Summen zu erpressen. Der Verlust von Daten und Zahlungsmitteln, die Unbrauchbarkeit von IT-Systemen (Hard- und Software), hohe Erpressungssummen, Reputationsschäden, aber auch die Inanspruchnahme auf Schadenersatz durch Dritte, sind oft existenzgefährdende Folgen aus derartigen Angriffen.

Cyberrisiken lassen sich in neun Feldern definieren:

1.)    Angriffe auf juristische oder natürliche Personen.

2.)    Angriffe auf Konten und Zahlungsmittel.

3.)    Angriffe auf Hardware, Software und Daten.

4.)    Hohe Kosten für schnelle Gegenmaßnahme durch Experten.

5.)    Hohe Kosten aus Inanspruchnahme wegen Verschuldens.

6.)    Hohe Benachrichtigungskosten gemäß DSGVO.

7.)    Betriebsunterbrechung als Folge des Ereignisses.

8.)    Strafabwehr ggf. wegen Verletzung des Datenschutzes.

9.)    Professionelle Abwehr von Erpressungssummen.

Herr Schulze, vielen Dank für das Gespräch.

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