Marina Zubrod: Die Vorteile von Naturkosmetik sind zahlreich

Marina Zubrod ist Gründerin der Matica Cosmetics GmbH & Co KG. Mit ihr sprechen wir über Naturkosmetik, Unterschied zu herkömmlichen Kosmetikprodukten sowie nachhaltige Rohstoffe.

Marina Zubrod

Welche Kriterien müssen Kosmetikprodukte erfüllen, um sie auf dem deutschen Markt als Naturkosmetik anbieten zu können?

Marina Zubrod: Kosmetikprodukte herzustellen und in Verkehr zu bringen ist nicht trivial, aber machbar. Die Kriterien werden vom Gesetzgeber definiert im Rahmen der Kosmetik-Verordnung, man braucht unter anderem vom Amt Bescheinigungen oder auch Sicherheitszertifikate von Laboren. Dies ist zwar sehr umfangreich und ein wenig kostspielig, jedoch kriegt man das auf jeden Fall hin, auch wenn man Bürokratie nicht mag.

Was sind die Vorteile von Naturkosmetik für die Anwenderinnen und Anwender? Was unterscheidet sie von herkömmlichen Kosmetikprodukten?

Marina Zubrod: Die Vorteile von Naturkosmetik sind zahlreich, aber in erster Linie gefährdet Naturkosmetik die eigene Gesundheit und unsere Umwelt nicht. Da Naturkosmetik keine chemischen Inhalts- und Duftstoffe enthält, sind die Produkte besonders schonend für Haut, Haare und den körpereigenen Hormonhaushalt.

Was ist Ihnen bei der Herstellung der Kosmetikprodukte besonders wichtig? Wie wichtig sind nachhaltige Rohstoffe, Verpackungen usw.?

Marina Zubrod: Wir setzen bei all unseren Produkten von Matica auf den Prozess der Handfertigung, auf natürliche Inhaltsstoffe und nachhaltige Verpackungsmaterialien. In unserer hauseigenen Manufaktur in Hamburg produzieren wir von Hand, natürlich und nachhaltig all unsere Kosmetikprodukte, da wir fest daran glauben, dass es möglich ist, umweltschonend, nachhaltig und hoch qualitativ zu produzieren und gleichzeitig wirtschaftlich erfolgreich zu sein.

Welches Ihrer Produkte ist am beliebtesten?

Marina Zubrod: Da es im Februar 2021 eine Sendung „Plan B: Natürlich schön“ im ZDF über Matica gab, in der es um die Erfindung eines wiederauffüllbaren, natürlichen Deorollers ging, ist dieses Produkt seither unser Bestseller. Aber viele andere Produkte wie zum Beispiel unser Haarpeeling oder unsere Sonnenbutter sind ebenfalls häufig im Warenkorb, je nachdem, welche Jahreszeit wir haben.

Stellen sie auch Kosmetikprodukte speziell für Männer her und wie schätzen Sie den Markt hierfür ein?

Marina Zubrod: Bereits ganz am Anfang haben wir uns dazu entschieden auch für Männer Produkte zu entwickeln, unter anderem haben wir ein Balsam für Gesicht, Bart und Körper mit Aktivkohle oder auch einen Deoroller mit einem herben Herrenduft. Inklusion und Gleichberechtigung sind uns wichtig und da mein Mann mittlerweile als Festangestellter ebenfalls mit mir bei Matica tätig ist und die Produktion verantwortet, ist es ihm genauso wichtig wie mir, auch Herrenprodukte anzubieten. Der Markt für Männerprodukte wächst, denn auch Männer werden von Allergien, Hautproblemen und ähnlichen Sorgen geplagt und müssen auf die Inhaltsstoffe ihrer Pflege achten. Zwar ist es häufig noch so, dass die Partnerin für IHN bei uns einkauft, aber auch immer mehr Männer kaufen für sich bei uns ein und manchmal landet dann auch was für SIE im Warenkorb. Das freut mich jedes Mal riesig, denn jeder Mensch soll und darf sich wohlfühlen in der eigenen Haut und das beginnt häufig bei den Pflegeprodukten.

Was denken Sie wie sich der Naturkosmetik-Markt insgesamt in den nächsten Jahren entwickeln wird? Welche Rolle spielen dabei Discounter Eigen-Marken oder Kosmetikkonzerne, die verstärkt in diesen Markt drängen?

Marina Zubrod: Der Naturkosmetik Markt ist der einzige Bereich in der Branche, in dem es wirklich noch Neues und Innovatives zu entdecken gibt – und wächst jährlich kontinuierlich. Sowohl Discounter als auch große Konzerne haben hier das Potenzial bereits entdeckt, wenn auch leider manchmal nur halbherzig, denn häufig ist nicht das drin, was draufsteht. Das empfinde ich selber als Betrug am Konsumenten, denn Konsumenten werden für dumm gehalten, dabei achten sehr viele auf die Inhaltsstoffe auf dem Rückenetikett. Es gibt zum Glück viele praktische Helfer wie zum Beispiel die Smartphone Codecheck, mit der man die Codes auf dem Rückenetikett scannen kann und auf einen Blick erkennen kann, wie grün ein Kosmetikprodukt wirklich ist. Das ist eine große Hilfe für die Konsumenten, um den Durchblick zu bewahren.

Was hat Ihr Unternehmen für die nächsten Jahre geplant?

Marina Zubrod: Wir wollen uns als globales Lifestyle Unternehmen positionieren und weitere Bereiche erkunden, die natürliche und nachhaltige Produkte benötigen – ob Tierbedarf oder Putzmittel, aus unserer Sicht ist vieles möglich und auch im Sinne der Umwelt nötig.

Frau Zubrod, vielen Dank für das Gespräch!

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