Kevin Ossenbrück: Ein aufstrebender Trend sind Krypto-Kredite

Kevin Ossenbrück ist selbständiger Softwareentwickler in Leipzig. Mit ihm sprechen wir über Bitcoin-Kurse, Kryptoinvestments sowie Trends in der Zukunft.

Kevin Ossenbrück

Innerhalb von wenigen Monaten hat sich der Bitcoin-Kurs halbiert, seit seiner Geburt ist er von teils heftigen Schwankungen geprägt. Warum sind Bitcoin so volatil?

Kevin Ossenbrück: Der Preis ist der Betrag, den die Investoren bereit sind für ein Gut zu zahlen. Wichtiger ist jedoch, welchen Wert ein Gut hat. Ein Preis ist eine Zahl und kann materialisiert werden in Form von Ziffern. Der Wert ist immateriell, nicht greifbar und keine Maßeinheit. Je nachdem, welchen Wert die Investoren in einem Gut sehen, sind sie bereit einen gewissen Preis dafür zu bezahlen. Die Ansichten und Emotionen der Investoren sind unterschiedlich, und deswegen sind auch die Preise unterschiedlich. Die Differenz zwischen diesen Preisen ist die Volatilität. Man könnte also sagen, dass die Volatilität ein Indikator dafür ist, wie groß der Meinungsunterschied aller Investoren ist. Und genau das sieht man live am Beispiel von Bitcoin, es gibt zwei Extreme: Bitcoin-Maximalisten und Bitcoin-Gegner, es existiert nur eine kleine Menge an Investoren dazwischen. Darum ist Bitcoin so volatil.

Risikoscheue Anleger halten die Volatilität für einen wichtigen Indikator bei der Risikoeinstufung von Geldanlagen. Für wen sind Kryptoinvestments eigentlich geeignet?

Kevin Ossenbrück: Wenn man in Kryptowährungen investiert, dann investiert man in Software – um genauer zu sein – in Datenbanken. Jede Blockchain und somit jeder Coin, ist eine dezentrale Datenbank. Jetzt kann man sich die Frage stellen, welche Vor- und Nachteile ein Investment in eine Software und Datenbank mit sich bringt. Dann bekommt man ziemlich schnell heraus, für welchen Persönlichkeitstyp ein Investment in Kryptowährungen geeignet ist. Eine Software ist schnelllebig und komplex, für jemanden der mit dieser Dynamik und Komplexität überfordert ist, wirkt ein Investment in Kryptowährungen abschreckend.

Kritiker sehen Risiken darin, dass es kaum Regulierung für Kryptowährungen und Handelsplätze gibt. Sehen Sie dies ebenfalls als großes Risiko? 

Kevin Ossenbrück: In der Vergangenheit gab es viele Hacking-Angriffe auf zentrale Handelsplattformen, weil diese attraktive Ziele sind. Das ist der Nachteil von dem Genuss, den die zentralen Handelsplattformen bieten. Die Vorteile sind bequeme Bedienung, Support und Ansprechpartner. Wer wirklich sicher sein möchte, nutzt dezentrale Handelsplattformen und private (Hardware) Wallets wie den Ledger Nano X oder Electrum.

Welche Risiken sehen Sie noch?

Kevin Ossenbrück: Bitcoin und andere Kryptowährungen basieren auf der Rechenpower von Millionen von Computern. Computer werden mit Strom betrieben. Wenn kein Strom auf der Erde verfügbar ist, kann auch keine Blockchain betrieben werden. An dieser Stelle muss man für sich abschätzen, wie hoch das Risiko ist, dass es keinen Strom mehr auf der Erde geben wird.

Der Bitcoin ist erst 2009 ins Leben gerufen worden, wie schätzen Sie die Zukunftsaussichten der Kryptoszene ein und welche Trends erwarten Sie in naher Zukunft?

Kevin Ossenbrück: Ein aufstrebender Trend sind Krypto-Kredite. Wenn man sich diese Grafik anschaut, dann sieht man, dass die Nachfrage nach „crypto lending“ stark wächst.

Herr Ossenbrück, vielen Dank für das Gespräch!

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