Marko Mähner: Zur Spekulation sind physische Edelmetalle damit denkbar ungeeignet

Marko Mähner ist Gründer und Geschäftsführer der GranValora. Im Interview spricht er über die Rolle der Edelmetalle in der Altersvorsorge und zeigt interessante Alternativen auf.

Die richtige Geldanlage wird immer schwieriger, ebenso wie die finanzielle Ruhestandsplanung. In welche Edelmetalle investieren die meisten Menschen eigentlich?

Marko Mähner

Marko Mähner: Einerseits natürlich in die Klassiker Gold und Silber, mit denen Anleger zurecht auch eine Sichere-Hafen-Funktion verbinden. Anderseits gibt es beim Investment, abhängig von individuellem Vermögen und Anlageziel, erhebliche Unterschiede. Sie müssen bedenken: GranValora bietet insgesamt 15 „Wahre Werte“ – also Sachwerte, die allein durch ihren inneren Wert wertvoll sind. Und das sind nicht nur Edelmetalle.

Wer Chancen nutzen möchte und höhere Renditen sucht, investiert beispielsweise eher in Silber und Platin, aber auch in sogenannte „kritische Rohstoffe“ wie Technologiemetalle und Seltene Erden. Wem dagegen in erster Linie an einer Senkung der Volatilität im Wertpapierdepot gelegen ist, greift häufig auf Gold zurück. Gerade bei größeren Vermögen wird zu diesem Zweck aber auch auf einen hohen Anteil an Technologiemetallen, Seltenen Erden und Diamanten gesetzt.

Wie wichtig können Edelmetalle für eine Ruhestandsplanung sein?

Marko Mähner: Auch wenn Edelmetalle weder Zinsen noch Dividenden erwirtschaften, sie gehören zu jedem langfristigen Vermögensaufbau. Nehmen wir beispielsweise Gold. Das Edelmetall ist der Kaufkraftspeicher schlechthin und schützt auch über lange Zeiträume hinweg zuverlässig vor Inflation. Streng genommen sogar bereits seit Jahrtausenden. Beispiel: Als vor 2.600 Jahren in Babylonien Nebukadnezar II herrschte, konnte man für eine Unze Gold genau 350 Laibe Brot kaufen. Das kommt auch heute noch hin. Und wir reden von hochwertigem Brot. Kombiniert man Gold noch mit renditeträchtigen Rohstoffen wie Silber und Platin, können Edelmetalle eine tragende Säule der Altersvorsorge bilden.

Wann lohnt sich eine Gold- und wann eine Silberinvestition? Was ist in diesem Zusammenhang die Gold-Silber-Ratio?

Marko Mähner: Wann und für wen sich eine Gold- oder Silberinvestition lohnt, hängt von vielen Faktoren ab. Letztlich sollte immer das individuelle Ziel eines Investors über die Art des Rohstoff-Investments entscheiden. Wer tiefer in das Thema eintauchen möchte, findet hierzu in dem kostenfreien Praxisratgeber „Geldwerte, Sachwerte, Reine Werte“ alle Informationen. Zur Gold-Silber-Ratio: Diese zeigt das Preisverhältnis von Gold zu Silber an. Ihr liegt die Idee zugrunde, dass sich die Preise von Gold und Silber prinzipiell ähnlich entwickeln – und es damit möglich sei eine Über- bzw. Unterbewertung der Edelmetalle festzustellen. Letzteres wird dann gerne als Indikator für eine bevorstehende Kurskorrektur gesehen. Der alleinige Blick auf die Gold-Silber-Ratio ist aber ehrlich gesagt kaum aussagekräftig, auch wenn das gerne anders verkauft wird. So kann etwa der historische Durchschnitt, sprich der für die Ratio als Referenzwert herangezogene Zeitraum, willkürlich gewählt werden. Zudem ist überhaupt nicht klar, ob die vermeintliche Überbewertung eines Edelmetalls, beispielsweise von Gold, durch Kursgewinne von Silber oder durch Kursverluste von Gold abgebaut wird. Der gewichtigste Punkt, der in meinen Augen gegen die Verwendung der Ratio spricht: Gold und Silber lassen sich heute kaum noch sinnvoll zueinander in Beziehung setzen. Schon alleine deshalb, weil Silber einen wesentlich größeren Nutzen für die Industrie hat als Gold. 5G-Ausbau, E-Mobilität, Photovoltaik, RFID-Technologie, Internet of Things: Silber ist für etliche Zukunftstechnologien essenziell. Es ist daher sehr gut vorstellbar, dass sich die Preise von Gold und Silber in absehbarer Zeit zunehmend entkoppeln.

Werden Edelmetalle weiterhin wertstabil bleiben. Was glauben Sie?

Marko Mähner: Davon bin ich überzeugt! Sie sind schon seit Jahrtausenden das Mittel zur Kaufkraftspeicherung, haben zig Währungs- und Wirtschaftskrisen überstanden und unter allen Staatsformen stets ihren Wert behalten. Selbst (Welt-)Kriege und Währungsreformen haben Sie immer wieder überlebt. Das dürfte sich auch in Zukunft kaum ändern.

Wo liegen die Risiken beim Investieren in Edelmetalle?

Rolf Jerke: Das Investment in physische Edelmetalle sollte immer als langfristige Anlage gesehen werden. Schon allein deshalb, weil die Kurse nicht linear steigen und es damit kurz- und mittelfristig durchaus zu erheblichen Wertschwankungen kommen kann. Zur Spekulation sind physische Edelmetalle damit denkbar ungeeignet.

Vor allem beim Kauf von Silber, Platin und Palladium sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass die Aufgelder auf den reinen Materialwert niedrig sind und keine Mehrwertsteuer fällig wird. Letzteres ist möglich, wenn die Lagerung der Edelmetalle wie bei GranValora im Zollfreilager erfolgt.

Würden Sie stattdessen andere Investmentformen vorziehen?

Marko Mähner: Die Anlage des eigenen Vermögens ist eine höchst persönliche Sache. Ein Investor muss sich dabei wohl fühlen und sollte nie alle Eier in einen Korb legen. Zu einem guten Vermögensmix können – je nach Mentalität – durchaus auch Sachwerte wie Immobilien oder Aktien gehören. Edelmetalle, Technologiemetalle und Seltene Erden sollten aber immer Teil des Portfolios sein. Und bei größeren Vermögen auch Diamanten. Warum das so ist, haben wir in unserem Ratgeber „Geldwerte, Sachwerte, Reine Werte“ im Detail aufgearbeitet.

Herr Mähner, vielen Dank für das Gespräch!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.