In schwierigen Zeiten den Cost-Average-Effekt beachten – Danilo Stenz (BFM Vermögensberatung GmbH)

Danilo Stenz ist Gesellschafter und Vertriebsleiter der BFM Vermögensberatung GmbH. Im Interview spricht er über die Höhe von liquiden Rücklagen und ETF’s.

Danilo Stenz

Das Vermögen der Deutschen wächst Jahr für Jahr. Niedrige Zinsen haben das sichere Investieren aber nicht einfacher gemacht. Ist es überhaupt möglich mit Sparbüchern, Tageskonten und ähnlichen Produkten zumindest die Inflation zu schlagen?

Danilo Stenz: Aktuell ist dies theoretisch möglich, sofern man glauben mag, dass die Inflation momentan bei 1,3% liegt. Jedoch wird Ihnen jeder Deutsche diese Frage verneinen. Aus diesem Grund schauen sich die meisten nach Alternativanlagen, wie beispielsweise Aktienfonds oder Immobilien, um.

Wie viel Geld sollte in liquiden Mitteln verfügbar gehalten werden?

Danilo Stenz: Hierzu existiert eine Faustformel, die besagt, man sollte über drei Monatsgehälter als Rücklage verfügen, um eventuelle Ausfälle überbrücken zu können. Jedoch zeigt die aktuelle Situation, dass dies nicht ausreicht. Hilfreich wäre eher eine Rücklage in Höhe von zwölf Monatsgehältern.

Experten sind sich einig: an Aktien führt kaum ein Weg vorbei. Welche grundlegenden Regeln sollten Investoren an der Börse beachten?

Danilo Stenz: Man sollte vor allem in schwierigen Zeiten den Cost-Average-Effekt beachten. Ratsam ist, hohe Anlagegelder in Form von Einmalsummen möglichst breit aufzustellen. Zum Beispiel indem man diese Gelder auf mehrere Fonds aufteilt.

ETF gelten als einfaches und kostengünstiges Mittel, um breit gestreut an der Börse zu investieren. Worauf sollte bei der Auswahl geachtet werden?

Danilo Stenz: Die Auswahl erfolgt ganz individuell. Wichtig dabei ist vor allem, sich selbst treu zu bleiben und in Bereichen zu investieren, an die man glaubt. Liegt einem zum Beispiel die Umwelt am Herzen, sollte man sich nach nachhaltigen Fonds und ETF umschauen.

Die wenigsten Fondsmanager schlagen den Markt. Lohnt es sich trotzdem sich mit dem Thema aktive Fonds zu beschäftigen?

Danilo Stenz: Ja, ein einfacher Grund hierfür ist, dass Fonds eine organisierte Anlageform für Leute, die nicht permanent ein Auge auf ihre Anlage haben, darstellen. Bei anderen Anlageformen muss man selbst aktiv sein. Dafür fehlt den meisten Leuten jedoch sowohl die Zeit als auch das Fachwissen.

Welche Vor- und Nachteile haben Versicherungsmäntel?

Danilo Stenz: Versicherungsmäntel haben einen Steuervorteil, da eine jährliche Kapitalertragssteuer wegfällt und somit ein ungeschmälerter Zinseszinseffekt entsteht. Einen Nachteil können die anfangs hohen Kosten darstellen, jedoch haben die Versicherer den Wandel der Zeit erkannt und bieten immer mehr Produkt gleich den Kosten von Fondsdepots bei Banken an. Ebenfalls nachteilig ist die begrenzte Auswahl an Fonds und Aktien. Inzwischen gibt es aber auch einige Beispiele am Markt, die eine große Palette im Angebot haben.

Viele Menschen träumen vom Eigenheim. Ist die selbstgenutzte Immobilie eine gute Investition?

Danilo Stenz: Auch wenn es zu wenige Immobilien gibt und die Preise daraus resultierend immer weiter steigen, sind Immobilien für Leute, die es sich leisten können, eine kluge Investition. Da in den Ballungsgebieten die Preise konstant sind beziehungsweise sogar weiter steigen, stellen Immobilien dort eine sichere Vorsorge für einen selbst dar.

Auch Edelmetalle erfreuen sich großer Beliebtheit bei Anlegern. Was macht Gold, Silber und Co. so attraktiv? Was sind die Nachteile?

Danilo Stenz: Ein Nachteil ist auf jeden Fall die begrenzte Verfügbarkeit, was jedoch zum Vorteil für die Besitzer wird. Als Beimischung in den eigenen Anlagen sind Edelmetalle aufgrund des Werterhalts immer ratsam. In der aktuellen Situation können sie ebenfalls als Renditebringer dienen.

Was halten Sie von alternativen Sachwertinvestments in Form von Nachrangdarlehen, KG-Beteiligungen oder Genussrechten?

Danilo Stenz: Sie stellen durchaus eine gute Anlage dar, solange sie besichert sind und die Besicherung nachzuvollziehen ist. Ein Beispiel ist ein Immobilienprojekt mit einem Grundschuldpfandbrief oder einer Eintragung im Grundbuch.

Herr Stenz, vielen Dank für das Gespräch.

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