Thomas Zechner: Je höher die versprochene Rendite, desto höher das Risiko

Thomas Zechner ist Geschäftsführer der BraWo Capital GmbH in Braunschweig. Mit ihm sprechen wir über unkonventionelle Investmentstrategien, alternative Geldanlagen sowie Investitionen in Sachwerte.

Thomas Zechner

Es gibt viele unkonventionelle Investmentstrategien. Ein spezieller Trend sind Alternative Investments. Was versteht man unter dieser Art von Geldanlage?

Thomas Zechner: Unter alternativen Investments verstehen wir sämtliche Geldanlagen außerhalb der klassischen Sparkonten- oder Festgeldkontenanlagen.

Alternative Geldanlagen können praktisch alle Sachwerte sein, bei denen eine Wertsteigerung möglich ist. Was sind die beliebtesten Assets im Segment der Alternativen Investments?

Thomas Zechner: Wie Sie richtig festgestellt haben, eignen sich generell alle Sachwerte, die eine Wertsteigerung ermöglichen. Dies beginnt bei der klassischen Aktie oder Immobile – dem sogenannten Betongold, bis hin zu unserem Kerngeschäft, die Beteiligung an Unternehmen in Form einer offenen oder stillen Beteiligung (Mezzaninekapital). In Zeiten von Minuszinsen auf Spareinlagen hat sich die Investition in Aktion und Immobilien auch in den Fokus von Kleinanlegern gerückt. Aber auch Investitionen in Oldtimer, Uhren oder Kunst ist nach wie vor beliebt. Erster Einstieg hier über gemischte Aktien- und/oder Immobilienfonds, ein risikominimierter Einstieg in alternative Investments ist aber immer noch riskanter als das klassische Sparbuch.

Wie riskant bzw. rentabel sind Alternative Investments?

Thomas Zechner: Generell gilt, je höher die versprochene oder gewünschte Rendite, desto höher auch das Risiko. Eine gute Alternative kann eine stille Beteiligung an junge Unternehmen in der Wachstumsphase oder Bestandsunternehmen mit Investitionsbedarf in Form stiller und offener Beteiligung sein. Hier muss sich der Investor die Frage stellen, ob und in welchem Umfang er Mitsprache ausüben kann und will. Bei stillen Beteiligungen, also Beteiligung ohne Mitsprache und ohne Verlustbeteiligung – bis auf den Verlust des eingesetzten Kapitals bei einer Insolvenz – kann man eine monatlich feste Verzinsung bis 12% und zusätzliche eine gewinnabhängige Verzinsung bis 4 % erzielen, bei Laufzeiten von 5 – 7 Jahren. Bei offenen Beteiligungen ist man Mitgesellschafter und verfügt über Mitspracherechte im Rahmen des Gesellschaftsvertrages. Hier ist aber ein Kleinanleger eher überfordert und auch für die Unternehmen eher uninteressant. Die Beteiligung ist auf Dauer und unbefristet angelegt. Das Risiko bei offenen Beteiligungen ist auf die Höhe der Einlage beschränkt, wobei man als Gesellschafter anteilig nicht nur am Gewinn, sondern auch in schlechten Zeiten am Verlust beteiligt ist.

Investitionen in Sachwerte wie Oldtimer, Kunst, Wein oder Luxusuhren erfordern eine hohe Expertise. Für welchen Typus von Anlegern sind solche Investments überhaupt geeignet?

Thomas Zechner: Diese Form der Investition bedarf tatsächlich einer hohen eigenen Expertise oder die Bedienung entsprechender Agenturen, die sich auf diese Art von Investments spezialisiert haben. Hier ist nicht nur die Auswahl entscheidend, sondern auch die Verwahrung/Lagerung bzw. Instandhaltung und Wartung. Diese Leistungen sind natürlich nicht kostenfrei und stellen ebenso eine Kostenposition dar wie Kontoführungsgebühren.

Was empfehlen Sie Investoren, die Interesse an Alternativen Investments haben, aber noch wenig Erfahrungen mit solchen Assets haben?

Thomas Zechner: Wie oben erwähnt, sind aktuell gemischte Fonds in Aktien oder Immobilien eine echte Alternative zu Sparbuch oder Festgeld. Das Risiko ist durch die Streuung verteilt, sprich schwächelt ein Bestandteil im Fond, wird ein möglicher Teil- oder Vollverlust durch die hoffentlich guten Bestandteile abgefedert bzw. aufgefangen. In der Regel liegen hier die Renditen bei 2,5 % bis 6, 5 % p.a., wobei hier auch ein Verkauf mit Gewinnmitnahme, also höherem Wert als zum Zeitpunkt des Kaufes möglich ist. Der Erwerb ist über verschiedene Anbieter/Portale möglich, die teilweise gegen geringe Gebühr die Fonds verwalten und auch Abrechnung und erforderliche Bescheinigung für die Einkommenssteuer zur Verfügung stellen. Ein Vorteil hier: Zinserträge werden sofort der Kapitalertragssteuer unterworfen und unter Berücksichtigung von Freibeträgen verrechnet und abgeführt.

Herr Zechner, vielen Dank für das Gespräch!

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