Slobodan Topic: Immobilien sind knappe Güter

Slobodan Topic ist Inhaber von KeyandCastle.de. Mit ihm sprechen wir über Immobilienpreise, Schutz vor Inflation sowie Wunsch nach sicherer Geldanlage.

Sind Immobilienpreise überhaupt von einer Inflation betroffen? Und können sich Immobilienbesitzer durch einen Immobilien-Kauf vor einer Inflation schützen?

Slobodan Topic: Es ist eher anders gekommen. Immobilienbesitzer können sich seit der Pandemie freuen, dass die Immobilienpreise gestiegen sind. Wie wir selbst auf dem Markt beobachten konnten, ist die Nachfrage nach Renditeimmobilien im Vergleich zum Vorkrisenniveau gestiegen. Bei einer Inflation steigen die Immobilienpreise und das Geld verliert an Wert. Im Allgemeinen ist es nützlich zu wissen, wie sich Inflation oder Deflation auf Immobilien auswirkt. Inflation kann sich doppelt positiv auf einen Vermögenswert auswirken, wenn die Immobilie gerade finanziert wird. Bei einer Deflation ist es genau umgekehrt. Wenn das Geld an Wert gewinnt, verlieren Immobilien an Wert. Insbesondere bei Hypothekendarlehen kann eine Deflation schwerwiegende Folgen haben. Dadurch sinkt nicht nur der Wert der Immobilie, sondern auch der Kredit zur Finanzierung wird teurer.

Ein Kauf von Immobilien macht insbesondere dann Sinn, wenn Sie selbst genutzt wird und in einem guten Zustand ist. Im Vergleich zu vermietenden Immobilien, steigen bei einer Inflation auch die Kosten. Diese können durch Mieteinnahmen schwieriger bewältigt werden. Jedoch können diese durch eine Wertsteigerung ausgeglichen werden.

Wie macht sich eine potenzielle Inflation auf dem Immobilienmarkt bemerkbar?

Slobodan Topic: Wie wir aktuell erkennen können, steigen die Preise immer weiter. Aufgrund der niedrigen Zinsen kaufen die Menschen wie verrückt. Einerseits um die Chance zu nutzen, Wohneigentum zu bekommen und auf der anderen Seite wird man die nächsten Jahre so schnell nicht mehr an “günstigere Immobilien dank den Zinsen” herankommen. Auch heutige Mieter denken immer mehr darüber nach, sich vor zukünftigen Mieten bei den noch sehr niedrigen Zinsen bestmöglich abzusichern. Durch die Inflation kann man erkennen, dass sich der Immobilienmarkt somit stark verändert. Gerade die großzügige Kreditvergabe macht den Immobilienmarkt für jeden Bürger interessanter denn je. Auch die steigenden Mieten zeigen Veränderungen am Immobilienmarkt. Gerade Immobilieninvestoren und Kapitalanleger sehen hier noch mehr Chancen als je zuvor.

Der Wunsch nach einer sicheren Geldanlage ist nachvollziehbar. Gehören Immobilien zu den Vermögensanlagen, die vor einer Inflation sicher sind?

Slobodan Topic: Ich glaube, nichts ist sicher vor einer Inflation. Das attraktive als Immobilieninvestor oder Immobilienbesitzer ist, dass man sich aufgrund des deutlichen Wertzuwachses langfristig an Immobilien erfreuen kann. Immobilien sind wie Gold & Öl knappe Güter, deren Ressourcen begrenzt sind. Zwar wird jede Ecke gefühlt bebaut, trotzdem bleiben auch Immobilien irgendwo begrenzt. Beispielsweise Wohnungen sind ein knappes Gut und Bauland wird allerorts händeringend gesucht. Die Nachfrage nach Immobilien steigt somit und dadurch erhöhen sich auch die Immobilienpreise. Eine Investition in Immobilien macht vor allem dann Sinn, wenn sie selbst genutzt werden und sich in einem guten Zustand befinden. Bei einer vermietenden Immobilie muss man immer bedenken, dass bei einer Inflation auch die Kosten der Immobilie steigen. Meist sind diese durch Einnahmen sehr schwer zu decken. Durch eine Wertsteigerung der Immobilie kann dies jedoch kompensiert werden.

Immobilienbesitz als einzige Anlage, die rentabel und sicher bleibt? Trotz Corona steigen die Immobilienpreise. Hat die Pandemie auch Auswirkungen auf die Immobilienpreise?

Slobodan Topic: Ob Immobilien nun die einzige Anlage sind, die rentabel und sicher bleiben, kann ich schwer beurteilen, da ich nun mal “nur” Fachmann im Bereich Immobilien bin. Wie gesagt, steigen die Immobilienpreise weiter an und das ohne das ein Ende in Sicht ist. Wie es sich unmittelbar nach der Krise entwickeln wird, ist ungewiss, worin ich mir allerdings ziemlich sicher bin, ist, dass die Preise in der Weltstadt Berlin noch lange keine Obergrenze erreicht haben. Gerade im Vergleich zu anderen deutschen und europäischen Städten, ist Berlin als Hauptstadt noch immer einer der preiswertesten Städte. Blickt man abgesehen von der Pandemie zurück auf die letzten 10 Jahre, so geht man von einer mittleren Preissteigerung für bspw. Wohnimmobilien von 2 bis 3 % pro Jahr aus. Zusammengefasst: Solange die Kredite weiterhin so „preiswert ́ ́ bleiben und die EZB den Leitzins weiterhin bei 0,0 Prozent belässt, werden die Immobilienpreise Stück für Stück steigen.

Eine Prognose: Kann man davon ausgehen, dass die Immobilienpreise weiter steigen oder könnte der Boom schon bald beendet sein?

Slobodan Topic: Zu dieser Frage kann ich nur das oben gesagte wiederholen und ergänzen, dass wie wir zum jetzigen Zeitpunkt wissen, dass auch in der jüngeren Vergangenheit viele Prognosen auf eine unnötige Art und Weise Panik verbreitet haben. Ich persönlich halte mich ganz an Wilhelm von Humboldt, der schon früher sagte: “Man muss die Zukunft abwarten und die Gegenwart genießen oder ertragen”. Das die Immobilienblase demnächst platzen wird, ist abzusehen. Laut Prognosen und anderen Fachexperten in unserer Branche wird der Immobilienboom sich vorerst weiter fortführen.

Herr Topic, vielen Dank für das Gespräch!

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