Plastische Chirurgie: OP im Intimbereich

Interview mit Prof. Dr. Frank-Werner Peter
„So, wie Gott uns schuf…“ ist längst nicht mehr der Fall. In der heutigen Zeit ist die plastische Chirurgie in der Gesellschaft omnipräsent und kein Tabu-Thema mehr. Durch die stetige Weiterentwicklung der Medizin bieten sich mittlerweile unzählige Möglichkeiten für Menschen, an ihrem äußeren Erscheinungsbild alles ändern zu lassen, was ihnen nicht gefällt. Schlimme Fehlbildungen nach der Geburt oder furchtbare Entstellungen nach einem Unfall können durch Chirurgen korrigiert und gerichtet werden, sodass sie den Menschen meist nicht nur den Weg zur Normalität ebnen, sondern oft auch neues Selbstbewusstsein und sogar Lebenswillen schenken. Aber auch sogenannte Schönheitsoperationen sind zur gängigen Praxis geworden. Ob es nun der Höcker auf der Nase ist oder die schlaffe Brust nach der Stillzeit, den Änderungsmöglichkeiten sind keine Grenzen gesetzt. Diesbezüglich haben wir einen Experten zu Rate gezogen und ihn zum Thema „Operationen im Intimbereich“ einige Fragen gestellt. Prof. Dr. Frank-Werner Peter als erfahrener plastischer Chirurg, tätig an der Klink am Wittenbergplatz, beantwortet uns diese.

Die Ästhetik ist wichtiger denn je geworden. Welche Eingriffe führen Sie am häufigsten durch?

Wir arbeiten am meisten im Gesicht und an der weiblichen Brust.

Das Gesicht ist unmittelbar präsent. Es soll so aussehen, wie sie / er es möchte, wie die Person sich sieht, wie es zum Selbstbild passt, wie man wahrgenommen werden möchte, wie man wirken will: frisch, entspannt, jugendlich, aktiv, harmonisch. Die einzelnen Elemente des Gesichts sollen zum einen für sich genommen wohl geformt sein und ihrer Funktion nachkommen, zum anderen im Zusammenspiel zueinander passen und ein harmonisches, attraktives Ganzes bilden.

Die weibliche Brust ist zwar im öffentlichen Raum mehr oder weniger bedeckt, ist aber auch präsent und wird unmittelbar wahrgenommen. Sie hat viel mit weiblicher Identität zu tun. Sie sendet Signale: Ihre Form, ihre Größe, der Grad der Betonung durch Kleidung werden bewusst gestaltet, eingesetzt und entsprechend registriert.

Aus welchen Motiven lassen sich Ihre Patienten operieren, wie hoch ist der Leidensdruck?

Die Hauptgründe für eine OP sind:

•         Korrektur der Altersfolgen: Sie sind immer wieder ungewünscht: Im Gesicht, an der Brust, auch an anderen Regionen des Körpers.  Die Zeit soll zurückgedreht werden. Dies ist tatsächlich mit den Möglichkeiten der modernen Plastischen Chirurgie möglich. Und: Die Folgen der OP können so gestaltet sein, dass sie kaum / gar nicht auffallen. Filler (Hyaluronsäure) und Botox tun ein Übriges, unauffällig zu korrigieren.

•         Beseitigung eines als unschön oder unangenehm erlebten körperlichen Merkmals: Eine Hakennase, Strichlippen, abstehende Ohren, eine Brust ohne Form und / oder Volumen: All das muss nicht sein und kann sehr schön geändert werden.

•         Angeborene Fehlbildung: Die Fehlverteilung von Fett, die weibliche Brust beim Mann, die Asymmetrie der Augen, all das muss nicht sein.

•         Folgen einer Verletzung oder einer Tumor-OP: Dazu gehören Narben, Asymmetrien, innere und äußere Defekte. Narben können zwar nicht unsichtbar, aber deutlich unauffälliger werden. Dafür gibt es verschiedene Methoden und Techniken, die je nach Situation sinnvoll sind.

Eingriffe im Intimbereich sind ein hochsensibles Thema. Was sind die Gründe für Operationen im Intimbereich?

Meist ist es Scham, die die Frau zu einer Operation bewegt: Die Scham vor dem Partner, man möchte sich so nicht zeigen. Und will selbst nicht so aussehen. Die Sexualität leidet, und damit der ganze Mensch.

Ein weiterer Grund ist der chronische Reiz des Gewebes infolge von Scheuern und Schwitzen: Dies behindert beim Sport, beim Fahrradfahren und anderen Aktivitäten.

Welche Risiken gehen mit Eingriffen im Intimbereich einher?

Richtig durchgeführt, sind die Risiken minimal. Das Hauptrisiko ist die Überbehandlung, d.h. wenn zu viel Gewebe entfernt wird. Dann wird alles zu eng, die Narben ziehen alles zusammen. Die Folgen sind schlimm … Dies kann zwar korrigiert werden, muss aber bei der OP vermieden werden. Der kompetente Operateur weiß um die richtige Methode und den richtigen Umfang des Eingriffs.

Wie viel Zeit sollte für die Operation und die folgende Genesung eingeplant werden?

Die OP dauert, je nach Umfang und Ausprägung der Veränderungen, zwischen 30 und 90 Minuten. Nach zwei Wochen ist das meiste abgeheilt. Wir betreuen unsere Patientinnen intensiv nach, begleiten sie in dieser Phase und sehen, was wann wieder möglich ist.

Welche sind die häufigsten Eingriffe, die Männer durchführen lassen?

Männer haben bei uns einen Anteil von 25 %. Auch sie haben Wünsche und Bedürfnisse nach Veränderung und Korrektur. Der äußere Druck nach Jugendlichkeit, Dynamik und Frische ist natürlich geringer als bei der Frau, aber auch vorhanden. Und: Männer sind durchaus eitel!

Ihre Wünsche: Die Beseitigung überflüssiger Pfunde (Stichwort: Rettungsring, love handles), Beseitigung von Schlupflidern und Tränensäcken, Korrektur der weiblichen Brust, und Falten wollen sie auch nicht haben ….

Herr Dr. Peter, vielen Dank für das Interview.

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