Dr. Dominik Risser: Corona-Pandemie hat Digitalisierung beschleunigt

Dr. Dominik Risser ist Head of Corporate Public Relations & Affairs von Südzucker AG. Mit ihm sprechen wir über Digitalisierung, Stimmungsumschwung sowie Fachkräftemangel.

Die Zurückhaltung gegenüber der Digitalisierung in deutschen Unternehmen hat neuesten Erkenntnissen des Digitalverbandes Bitcom gemäß seit Beginn der Corona-Krise 2020 nachgelassen. Der Nutzen von digitalen Prozessen scheint in den meisten Köpfen der Verantwortlichen angekommen. Sehen Sie das auch so?

Dr. Dominik Risser

Dr. Dominik Risser: Ja, die Corona-Pandemie hat die Digitalisierung beschleunigt. Der Nutzen, der sicherlich überwiegt, aber auch die Limitation wurden deutlich.

Wie lässt sich dieser Stimmungsumschwung erklären?

Dr. Dominik Risser: Sicherlich auf die durch die Corona-Pandemie bedingten Beschränkungen.

Analoge Geschäftsprozesse, so ist der Eindruck, behindern den digitalen Geschäftsalltag sogar. Ist diese Erkenntnis nur dadurch gereift, dass viele Mitarbeiter ins Homeoffice übergesiedelt sind?

Dr. Dominik Risser: Schwierig ist die Situation, wenn analoge Vorgänge und digitale Vorgänge in einer hybriden Form auftreten. Dies bedarf einen erheblichen Koordinierungsaufwand. Klar ist, wenn Mitarbeiter sich im Homeoffice befinden, dass analoge Bürovorgänge nicht abgebildet werden können.

Die Digitalisierung eröffnet nach Ansicht einiger CDU-Politiker auch neue Möglichkeiten im Klimaschutz. So gebe es viel Potenzial bei gemeinsam genutzten Büroflächen im ländlichen Raum. Ist an dieser Theorie etwas dran?

Dr. Dominik Risser: Es wird sich erst noch zeigen müssen, wie unser „neues“ Normal in Zukunft aussieht.

Fachkräftemangel bremst offenbar ebenfalls die Digitalisierung, weil viele „kluge Köpfe“ in der Wirtschaft fehlen. Kann man diese Vakanzen nicht durch deutsche Experten auffüllen?

Dr. Dominik Risser: Wir sind als globaler Konzern immer an klugen Köpfen interessiert – unabhängig von Nationalitäten.

Woran liegt es Ihrer Meinung nach, dass nur noch 64 Prozent der Entscheider in die digitale Fort- und Weiterbildung ihrer Beschäftigten investieren – nach 70 Prozent im Vorjahr?

Dr. Dominik Risser: Die Verschiebung ist gering und damit schwer zu interpretieren.

Herr Risser, vielen Dank für das Gespräch!

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