Hygiene-Regeln und gegenseitige Rücksichtnahme sind unerlässlich – Husam Azrak (Deutsche Telekom AG)

Husam Azrak ist Pressesprecher der Deutsche Telekom AG. Im Interview spricht er über den Umgang mit der Corona-Krise und die Teststrategie der Telekom.

Husam Azrak

Die Politik hat angedeutet im Rahmen des Infektionsschutzgesetztes, Betriebe zum Testen von Mitarbeitern zu verpflichten. Es besteht großer Streit über das Thema in der Koalition. Für wie sinnvoll halten Sie die Maßnahme?

Husam Azrak: Die Corona-Selbsttests sind ein wichtiger Bestandteil unseres bewährten Hygiene-Konzepts, zu dem beispielsweise Handhygiene und Bereitstellung von Desinfektionsmittel, Abstand halten und reduzierte Raumbelegung, Tragen von medizinischen Masken, Home-Office und virtuelle Termine und Veranstaltungen gehören. Deshalb haben wir sehr schnell mit dem Angebot von Corona-Selbsttests für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter begonnen. Mitarbeitende mit Kundenkontakt erhalten pro Woche zwei Corona-Selbsttests. Zudem haben wir eine umfassende Home-Office Regelung, die bis zum 30. April gilt. Rund 80 Prozent unserer Mitarbeitenden arbeitet derzeit im HomeOffice. Wer aus inhaltlichen oder persönlichen Gründen im Büro arbeitet, erhält natürlich ebenfalls Selbsttests. Bislang sind mehr als 250 000 Test-Kits abgerufen worden.

Wie gehen Sie und Ihre Mitarbeiter mit der aktuellen Situation um?

Husam Azrak: Wir alle gehen sehr umsichtig und verantwortungsvoll miteinander um. Das umfangreiche Hygienekonzept ist natürlich die Grundlage dafür, dass die Möglichkeit der Infektion im Büro minimal ist. Ebenso wichtig ist, dass die Kolleginnen und Kollegen in den Büros sehr aufeinander achten, Rücksicht aufeinander nehmen und die Hygieneregelungen einhalten. Dieses Zusammenspiel funktioniert sehr gut.

Hat Ihr Unternehmen bereits Test’s, denn die Verfügbarkeit soll teils schwierig sein?

Husam Azrak: Mit den Corona-Selbsttests leisten wir als Unternehmen einen zusätzlichen Beitrag für mehr Sicherheit und für die Eindämmung des Infektionsgeschehens, sowohl bei unseren Mitarbeitenden als auch für die Bevölkerung. Allein für die Bereitstellung der Corona-Selbsttests investierten wir bis jetzt rund drei Millionen Euro, neben weiteren Kosten, etwa für Beschaffung und Versand, Lager- und Speditionskosten, Personalkosten. Wir könnten den Bedarf an Corona-Selbsttests weiter erhöhen, wenn es notwendig würde.

In Deutschland haben sich bislang über 3 Millionen Menschen mit Corona infiziert. Gab es Coronafälle in Ihrem Unternehmen und wie wurden sie behandelt?

Husam Azrak: Hygiene-Regeln und gegenseitige Rücksichtnahme sind für die Minimierung der Infektionsrisiken unerlässlich. Beides funktioniert bei uns sehr gut. Das zeigt sich an den insgesamt sehr niedrigen Infektionszahlen bei der Telekom. Auch wenn wir deutschlandweit Niederlassungen haben und mit gut 100.000 Mitarbeitenden in Deutschland ein Abbild der Gesellschaft sind, liegen wir deutlich unter dem bundesweiten Durchschnitt der Inzidenzzahlen. Die Behandlung der mit dem Corona-Virus infizierten oder an Covid-19 erkrankten Mitarbeitenden ist natürlich Aufgabe der Mediziner, auch die behördlich angeordnete Quarantäne regelt das örtliche Gesundheitsamt. Der Telekom ist als Arbeitgeberin die Gesundheit ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sehr wichtig und wir haben natürlich auch Verantwortung für die Gesundheit unserer Kunden wahrgenommen. Darum haben wir sehr schnell und aus eigenem Antrieb heraus Mitarbeitende Home-Office ermöglicht oder für eine Quarantäne freigestellt, wenn kein Home-Office möglich war. Hygienekonzepte für unsere Telekom-Shops haben wir schon sehr früh umgesetzt, Hygiene- und Schutzausrüstung standen für unsere Kolleginnen und Kollegen mit Kundenkontakt ebenso sehr schnell zur Verfügung. Das sind zum Beispiel unsere Technikerinnen und Techniker im Außendienst. Das hat übrigens auch dazu geführt, dass die Netze der Telekom während der gesamten Zeit der Pandemie nicht nur störungsfrei waren sondern sehr stabil sind.

Welche Impulse von der Politik würden Sie sich für Ihre Branche wünschen?

Husam Azrak: Wir leisten unseren Beitrag. Wir bauen unsere Netze weiter aus, sowohl im Mobilfunk als auch im Festnetz. 5G und Glasfaser bis ins Haus sind bei uns im Fokus. Auch bei der Digitalisierung für die Wirtschaft und vor allem auch für die Schulen drücken wir auf die Tube. So haben wir etwa mit Stefanie Kreusel eine Konzernbeauftragte für Bildung benannt. Ein Unternehmen wie die Telekom kann schnell und bestmöglich bei der Aufgabe unterstützen, Schüler, Lehrer und Schulen weiter zu vernetzen. Aber die Anforderungen und Genehmigungen werden in den zuständigen Ministerien und Behörden getroffen. Ein schönes Beispiel, das auch im wahrsten Sinne des Wortes „Schule“ machen kann ist Berlin. Senat, Telekom und ein weiterer Netzbetreiber haben in kürzester Zeit 10.000 Router für Berliner Schulen bereitgestellt. Das sichert die Netzversorgung der Schulen und ist eine sehr wichtige Zwischenlösung, bis die Schulen mit Glasfaser versorgt werden.

Herr Azrak, vielen Dank für das Gespräch.

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