Katrin Lauterbach: Die Testmöglichkeiten werden gut angenommen

Katrin Lauterbach ist Head of Communications & Marketing bei der JENOPTIK AG. Im Interview sprechen wir mit ihr über Schnelltests, Infektionsschutzgesetz sowie wünschenswerte Impulse von Seiten der Politik.

Die Politik hat angedeutet im Rahmen des Infektionsschutzgesetztes, Betriebe zum Testen von Mitarbeitern zu verpflichten. Es besteht großer Streit über das Thema in der Koalition. Für wie sinnvoll halten Sie die Maßnahme?

Katrin Lauterbach: Wir finden Tests richtig und sinnvoll. Wir bei Jenoptik bieten unseren Mitarbeiter*innen an den großen Standorten in Deutschland bereits seit Anfang des Jahres regelmäßig 2x pro Woche die Möglichkeit zum Schnelltest an. Wir arbeiten dafür mit lokalen Partnern und medizinischem Personal zusammen. Die Vorbereitungen dazu haben wir im Oktober/November 2020 aufgenommen. In unserer Fab in Berlin-Adlershof arbeiten wir zudem in Reinräumen. Mund-Nasenschutz gehört daher seit jeher und schon vor der Corona-Pandemie zur täglichen Arbeitsausstattung.

Wie gehen Sie und Ihre Mitarbeiter mit der aktuellen Situation um?

Katrin Lauterbach: Wir informieren alle 4.400 Mitarbeiter regelmäßig über das Intranet und via Email – sowohl zu aktuellen Regelungen als auch zu Unterstützungsangeboten sowie Informationen rund um das Reisen, rechtliche Aspekte sowie viele weitere Themen. Die Testmöglichkeiten werden gut angenommen. Teilweise kommen Kolleg*innen einzeln, teils gesamte Abteilungen. Alle freiwillig. Neben den Testmöglichkeiten bieten wir weitere Hilfen an, z.B. Webinare für den Umgang mit der Corona-Pandemie und bieten arbeitsorganisatorisch auch individuelle Unterstützung. Unsere Erfahrungen zeigen, dass im Dialog der Mitarbeiter*innen mit dem Vorgesetzten und dem Personalbereich immer gute Lösungen gefunden wurden. Die Angebote werden von unseren Mitarbeiter*innen sehr gut angenommen und insgesamt positiv bewertet. An jedem Standort gibt es einen Verantwortlichen, der die Themen rund um Corona betreut und als Ansprechpartner für die Fragen der Mitarbeiter*innen da ist. Bei mehreren lokalen und einer globalen Corona-Task-Force laufen alle Belange und Fragen zusammen.

Hat Ihr Unternehmen bereits Tests, denn die Verfügbarkeit soll teils schwierig sein?

Katrin Lauterbach: Wir haben mit den Vorbereitungen für die Testangebote bereits im Herbst des vergangenen Jahres begonnen und arbeiten an jedem Standort sehr gut mit lokalen Partnern zusammen. Seit Jahresbeginn bieten wir 2x wöchentlich die Möglichkeit zu Schnelltests an. Die Versorgungslage ist aktuell stabil.

In Deutschland haben sich bislang über 3. Millionen Menschen mit Corona infiziert. Gab es Coronafälle in Ihrem Unternehmen und wie wurden sie behandelt?

Katrin Lauterbach: Durch mehr mobiles Arbeiten, Hygienekonzepte, getrennte Schichten und weitere individuell auf den jeweiligen Bereich angepasste Präventionsmaßnahen schützen wir unsere Belegschaft und unser Unternehmen bestmöglich. Das gelingt uns bisher den Umständen entsprechend sehr gut. Im gesamten Unternehmen weltweit mit rund 4.400 Mitarbeitern hatten wir seit Beginn der Corona-Pandemie im März letzten Jahres knapp 100 Mitarbeiter*innen, bei denen das Corona-Virus durch einen positiven Test nachgewiesen wurde. Jede Infektion ist eine zu viel. In der großen Mehrzahl der Fälle gab es glücklicherweise keinen Kontakt ins Unternehmen und in den wenigen Fällen, wo dies der Fall war, haben wir durch unsere vielschichtigen Präventionsmaßnahmen Kontaktketten schnell unterbrechen können. Bei der Nachverfolgung der Fälle zeigte sich, dass die Ansteckung fast ausschließlich außerhalb des Unternehmens im privaten Umfeld erfolgte.

Welche Impulse von der Politik würden Sie sich für Ihre Branche wünschen?

Katrin Lauterbach: Wir hoffen hier branchenunabhängig darauf, dass die Impfungen nun schneller vorangehen und dass wir wieder zu mehr Normalität zurückfinden. Wenn genügend Impfstoff vorrätig wäre, kann entsprechend der Empfehlung der STIKO die Impfreihenfolge aufgehoben werden und unsere Betriebsärzte könnten zusammen mit den niedergelassenen Ärzten einen wichtigen Beitrag durch Impfen im Betrieb dazu leisten. Durch die Pandemie wurde der Digitalisierungstrend bereits in vielen Bereichen beschleunigt. Impulse seitens der Politik könnten sicherlich dazu beitragen die Digitalisierung auch in den kommenden Jahren weiter voranzutreiben – mitunter auch in Bereichen, wo diese noch nicht so weit fortgeschritten ist.

Frau Lauterbach, vielen Dank für das Gespräch!

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