Nam Nguyen: Investition in Krypto-Futures

Nam Nguyen ist Inhaber von cryptoninja. Mit ihm sprechen wir über Bitcoinkurs, Kryptoszene sowie Schutz für Anleger.

An der größten Börse der Welt startete am 19.10.2021 der erste an Bitcoins gekoppelte ETF. Allerdings investiert der Fonds nicht direkt in den Bitcoin. Was ist darunter zu verstehen?

Nam Nguyen: Soweit ich das verstanden habe, investiert der ETF mit der Bezeichnung „Bito“, der von ProShares angeboten wird, in Futures, also den Termingeschäften und ist dadurch nicht direkt am Bitcoinkurs gekoppelt. Trotzdem wird das in der Kryptoszene bereits als Meilenstein gefeiert, der den Weg für die Bitcoin Massenadaption eröffnet.

Mehrfach hatte die US-Börsenaufsicht SEC den Indexfonds gestoppt. Warum legte sie diesmal kein Veto ein bzw. warum war diese bisher immer besorgt?

Nam Nguyen: In erster Linie geht es der „Securities and Exchange Commission“ (SEC) um den Schutz der Anleger. Bei mangelnder Transparenz oder geringer Liquidität kann das zu einer Ablehnung der Zulassung eines ETFs führen. Anscheinend erfüllt der neue ETF von ProShares diese Anforderungen der SEC und wird den Rahmenbedingungen für börsengehandelten Indexfonds gerecht.

Das Investieren in Futures birgt einige Risiken. Vor allem Contango und Backwardation sind dabei unerfreuliche Effekte, die auftreten könnten. Können Sie uns die beiden Effekte erklären?

Nam Nguyen: Ich bin bald über 4 Jahre aktiv in der Kryptoszene tätig und kann ihnen einiges über Kryptowährungen erzählen und diesbezügliche Fachbegriffe und Abläufe erklären.

Wie und wo man beispielsweise Kryptowährungen kauft und diese sicher verwahrt, aber ein Börsenexperte bin ich nicht. Deswegen kann ich Ihre Frage mit einem – Nein – beantworten.

Immer wieder stellt sich die Frage, warum ETF-Anbieter ihr Investment nicht mit Bitcoins hinterlegen. Grund sollen Anweisungen der SEC gewesen sein. Wie begründet die SEC das Verbot?

Nam Nguyen: Die gesamte Marktkapitalisierung von Kryptowährungen hat am 09. November 2021 die 3 Billionen US-Dollar, wobei die Bitcoin Dominanz zu der Zeit bei ca. 44% lag, durchbrochen. Das hört sich im ersten Moment nach sehr viel Kapital an, ist aber allein verglichen zum klassischen Aktienmarkt, kaum nennenswert. Dies macht den noch jungen Markt natürlich anfälliger für Manipulation. Das könnte einer der Gründe der SEC gewesen sein.

Die Zulassung an der New Yorker Börse könnte auch ein Startschuss für europäische Börsen sein. In Kanada und Deutschland gibt es bereits dedizierte Bitcoin- bzw. Krypto-ETFs. Die meisten sind allerdings in Deutschland nicht zum Vertrieb zugelassen. Denken Sie der neue Bitcoin-ETF in den USA hat eine Signalwirkung auf europäische Finanzmärkte?

Nam Nguyen: Ja, natürlich. Generell trägt jede positive Meldung von Bitcoin zur mehr Akzeptanz in der Gesellschaft bei und etabliert dadurch auch den gesamten Kryptomarkt, der momentan über 10.000 Krypto-Projekte umfasst. Das ist ein neuer Markt, den die Finanzinstitute und Börsen im Auge behalten werden.

Herr Nguyen, vielen Dank für das Gespräch!

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