Denisa Alber und Marco Alber: Kunst als Investment

Denisa Alber und Marco Alber von der GALERIE ALBER in Köln sprechen mit uns im Interview über Investitionen in die Kunst, Fachkenntnisse sowie sichere Kapitalanlage.

Wer in Kunst investiert, will oft Leidenschaft mit Rendite verbinden. Funktioniert auch oft, doch gerade bei diesem Investment sind Recherche und Fachkenntnis nötig. Dabei hat sich Kunst als Investment über die Jahre als sichere Kapitalanlage bewährt. Warum ist ein Totalverlust bei Kunstwerken fast komplett ausgeschlossen?

Denisa Alber: Zum einen bleibt immer das Kunstwerk selbst bestehen und bereichert damit die Besitzer*in. Zum anderen wird der Wert eines Werkes nicht nur durch den öffentlichen Markt definiert, sondern immer auch durch individuelles Interesse und Vorlieben von Sammler*innen. Auf Basis des global vernetzten Kunstmarktes mit internationalen Auktionen und Onlineplattformen findet sich so für die meisten Werke eine Liebhaber*in, auch wenn nicht immer der ursprüngliche Kaufpreis erreicht wird.

Sammler betonen allerdings, dass Kunst keine reine Wertanlage ist. Was ist darunter zu verstehen?

Marco Alber: Wir würden dies genau andersherum formulieren. Der Kauf von Kunst kann mehr sein, als eine subjektive, von der persönlichen Ästhetik und dem eigenen Interesse geleitete Bereicherung für eine Sammler*in. Kunst kann zusätzlich auch eine Wertanlage sein.

Oftmals ist es der diffuse Kunstmarkt, der potenzielle Anleger dann doch abschreckt. Warum ist der Kunstmarkt so undurchschaubar?

Denisa Alber: Der Kunstmarkt ist für Außenstehende häufig undurchschaubar, da er nicht primär ein Anlagemarkt ist. Es gibt keine klaren Regeln, nach denen sich Künstler*innen und ihre Werke entwickeln, da diese in den meisten Fällen nicht wie ein regulierter Betrieb handeln. Es handelt sich um individuelle künstlerische Positionen, die sich im Idealfall nicht der Nachfrage am Markt anpassen, sondern autark inhaltlich an ihrem Werk arbeiten. Zudem wird der Markt im höherpreisigen Segment von relativ wenigen Teilnehmern bestimmt und ist somit schwer vorhersehbar. Am Ende hilft wie bei anderen Märkten auch eine dauerhafte Auseinandersetzung mit dem Kunstbetrieb und ein verlässlicher Partner, wie eine Kunstberatung oder eine Galerie, der Interessent*innen begleitet.

Das Kunstgebiet ist riesig und reich an Gattungen und Stilrichtungen. Aber welche Kunstwerke sind als Investition geeignet?

Marco Alber: Es gibt in der Tat keine allgemeingültigen Regelungen, da der Kunstmarkt extrem divers ist. Bei einer Investition sollte der Grundsatz gelten, nur Kunstwerke zu kaufen, an denen man auch ein eigenes ästhetisches oder inhaltliches Interesse hat. Darüber hinaus sollten verschiedene Faktoren, wie die Gattung der Kunst, die Qualität der Umsetzung, der Lebenslauf der Künstler*In usw. berücksichtigt werden. Etablierte Künstler*innen mit stabilen öffentlichen Verkaufspreisen sind eine recht sichere Anlage, aber häufig auch bereits unbezahlbar. Bei unbekannteren zeitgenössischen Künstler*innen gibt es hingegen eine höhere Chance auf eine gute Wertentwicklung, die jedoch auch mit mehr Risiko behaftet ist.

Auf welche steuerlichen Aspekte muss man beim Investieren in Kunst achten?

Denisa Alber: Eine steuerliche Beratung können wir an dieser Stelle nicht geben, da es zu vielen Fragestellungen keine eindeutigen Regelungen gibt. Interessent*innen sollten sich jedoch bewusst machen, dass Gewinne aus Weiterverkäufen unter Umständen ebenso versteuert werden müssen wie andere Kapitalerträge. Außerdem können Kunstwerke wesentlich seltener als gewerbliche Ausgaben abgesetzt werden, als gemeinhin angenommen. Bei größeren Investitionssummen lohnt sich in jedem Fall ein Gespräch mit dem Steuerberater.

Relativ neu im Kunstmarkt sind auch Art-Consultants. Wie können Kunstberater Anlegern effektiv helfen?

Marco Alber: Kunstberater*innen versuchen auf die spezifischen Wünsche der Interessent*innen einzugehen und sind dabei, in Abwägung zu persönlichem Geschmack und Anlageinteresse, beratend tätig. Zudem verfügen Sie im besten Fall über ein gutes Netzwerk (Künstler*innen und Galerien) und haben einen sehr guten Überblick über zeitgenössische Positionen und den aktuellen Markt.

Man sollte kein Geld in ein Kunstwerk stecken, das man schnell wieder kapitalisieren muss. Worauf sollte man Ihrer Meinung nach bei einem Kunstinvestment noch achten?

Denisa Alber: Vor allem sollte man darauf achten Kunst zu erwerben, die einen Mehrwehrt für einen selbst mit sich bringt. Das kann durch eine ästhetische Funktion, eine inhaltliche Auseinandersetzung oder auch eine reine Wertschätzung dem Kunstwerk bzw. der Künstler*in gegenüber passieren. Das ist neben der Erfüllung des eigentlichen Zwecks der Kunst auch ein Garant dafür, dass man ein Kunstwerk nicht so schnell oder vielleicht auch gar nicht wieder kapitalisieren möchte.

Frau Alber und Herr Alber, vielen Dank für das Gespräch!

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