Fabian Kröger: Starke Inflation ist für Sparer ein Problem

Interview mit Fabian Kröger
Fabian Kröger ist Geschäftsführer Paderfinanzen in Paderborn. Mit ihm sprechen wir über gestiegene Energiekosten, temporäre Steigerung sowie eine zu geringe Inflation.  

Stark gestiegene Energiekosten haben das Leben in Deutschland verteuert. Die Verbraucherpreise lagen im Juli 3,8 Prozent über dem Level des Vorjahres. Was sind die Gründe für die anziehende Inflation und welche Produkte werden besonders teuer?

Fabian Kröger: Ein Anstieg der Energiekosten, insbesondere der Strompreise ist ja keine Neuerung dieses Jahres, sondern vollzieht sich bereits seit mehreren Jahren. Insgesamt ist es immer schwierig, einen Inflationsanstieg auf einzelne Faktoren zurückzuführen. Allerdings liegt der Verdacht nahe, dass der Anstieg mit der Coronapandemie und der damit zusammenhängenden Geldflut zu tun haben könnte, welche von vielen Staaten zur Rettung von Unternehmen und zur Sicherung von Arbeitsplätzen in die Wirtschaft gegeben wurden. Welche Produkte besonders teuer werden, hängt auch stark von der kommenden Wahl und der daraus folgenden Politik ab. Mit einer weiteren Steigerung der Energiekosten wird insbesondere bei einer Umsetzung der Klimaziele zu rechnen sein.

Handelt es sich um eine temporäre Steigerung der Inflation oder werden wir uns an schnell steigende Preise gewöhnen müssen? 

Fabian Kröger: Ich gehe zum aktuellen Zeitpunkt nicht davon aus, dass es zu einer dauerhaft schnellen Inflationssteigerung kommen wird. Allerdings hat auch hier die Politik ein Wörtchen mitzureden. Vorhaben wie eine deutliche Anhebung des Mindestlohnes oder die umfangreiche Aufnahme weiterer Schulden, sodass vermehrt liquide Gelder in den Wirtschaftskreislauf gelangen, können selbstverständlich zu einem temporären und stärkeren Inflationsanstieg führen.

Experten betonten oft, dass eine erhöhte Inflation ein Luxusproblem für Deutschland sei. Inwiefern wäre eine zu geringe Inflation ein größeres Problem als eine steigende Inflation?

Fabian Kröger: Im Rahmen einer Deflation wird häufig das Beispiel Japans aufgemacht, wo es in den letzten Jahren wirtschaftlich kaum bergauf ging. Letztlich geht damit immer das Risiko einher, dass Investitionen in der Hoffnung auf weiter fallende Preise verschoben werden und daher ausbleiben.

Für Sparer ist Inflation quasi eine schleichende Enteignung. Was können Anleger tun, um sich vor der Geldentwertung zu schützen?

Fabian Kröger: Wie Sie in der Frage bereits formulieren, ist eine starke Inflation insbesondere für Sparer ein Problem. Für Anleger, also Menschen die ihr Geld in Aktien, Immobilien oder ähnlichen Wertanlagen verwalten, stellt eine Inflation dagegen ein kleineres Problem dar. In meinen Augen ist eine Anhebung der Zinsen aktuell nicht absehbar. Die Zentralbanken dieser Welt geben aktuell auch keinen Anlass dazu von steigenden Zinsen ausgehen zu können. Daher ist ein Schutz vor der Inflation nur durch entsprechende genannte Anlagen möglich. Und dies führt mich direkt zu Ihrer letzten und fünften Frage.

Höhere Renditen bedeuten in der Regel höhere Risiken. Wie lässt sich eine geeignete Strategie finden, um Risiko und Rendite in ein gutes Verhältnis zu bekommen?

Fabian Kröger: Höhere Rendite sind das einzige Mittel gegen die Inflation. Wie Sie korrekt beschreiben bringen diese auch immer höhere Risiken mit sich. Dank des Internets gibt es heute eine Vielzahl von Anbietern, über die jeder leicht in Aktien, Fonds, ETF´s und Co. investieren kann. Dabei müssen allerdings alle Anleger*innen für sich selber prüfen welches Risiko sie wirklich eingehen möchten. Entscheidend sind hier entsprechende Vorkenntnisse, also sich selbst mit der Materie zumindest ein wenig zu beschäftigen. Dazu bieten inzwischen eine Vielzahl von Anbietern, so auch wir, entsprechende Workshops oder Kurse zur Vermittlung des Basiswissens. Letztlich muss allerdings jede Person für sich prüfen, mit welchen Risiko er oder sie gut schlafen kann. Generell kann das Risiko aber durch einen langen Anlagehorizont, sowie einen breit gestreuten Ansatz (Stichwort Diversifizierung) durch kostengünstige Vehikels stark gesenkt werden.

Herr Kröger, vielen Dank für das Gespräch!

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