Manfred Knüfken: Viele vergessen ihre Zukunfsplanung

Manfred Knüfken ist zertifizierter Berater und Inhaber der Strategischen Finanzkonzepte in Essen. Mit ihm sprechen wir über Altersvorsorgepflicht für Selbständige, höhere Beiträge sowie Solo-Selbständige.

Manfred Knüfken

Die Idee der Altersvorsorgepflicht für Selbständige ist nicht neu. Was halten Sie davon?

Manfred Knüfken: Ich denke, es ist zwingend notwendig, dass dies eingeführt wird – damit die Selbständigen im Alter nicht in Altersarmut leben müssen. Viele investieren in andere Bereiche, aber vergessen Ihre Zukunftsplanung.

Selbständige bezahlen deutlich höhere Beiträge an die Kranken- und Pflegeversicherung als Arbeitnehmer mit vergleichbarem Einkommen. Woran liegt das?

Manfred Knüfken: Das liegt daran, dass ein Selbständiger den Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil allein tragen muss.

Wenn die Altersvorsorgepflicht auch auf Selbständige ausgeweitet wird: Was bedeutet das für Solo-Selbständige?

Manfred Knüfken: Für Soloselbständige bedeutet dies, dass sie in Zukunft besser aufgestellt sind für die Zukunft. Sie müssen noch besser planen, für welche Dinge sie Geld investieren müssen. Durch den Zwang, für die Altersvorsorge zu sparen, muss sich jeder Selbständige

automatisch mehr mit dem Thema Altersvorsorge beschäftigen und seinen Businessplan anders aufstellen.

Wie soll die Altersvorsorgepflicht ausgestaltet, wie vorgesorgt werden?

Manfred Knüfken: Es muss ein Produkt sein, das fondsorientiert anlegt – nicht beliehen werden kann – und an das der Selbständige nicht dran kann, damit es wirklich für die Altersvorsorge genutzt wird. In den ersten 3 Jahren der Selbständigkeit sollten geringere Beiträge möglich sein, damit der Selbständige seine Existenz aufbauen kann, danach sollte ein fester Prozentsatz/Mindestbeitrag verpflichtend sein.

Was wären die Alternativen dazu? Ein gemeinsamer Rententopf für Angestellte und Selbständige?

Manfred Knüfken: Norwegen hat, glaube ich, eine gute Regelung.

Herr Knüfken, vielen Dank für das Gespräch!

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