Udo Langendörfer: Riester hat sich auch mit höheren Garantiezinsen nicht gelohnt

Udo Langendörfer ist geschäftsführender Gesellschafter Praxiskonzepte.com in Bruchsal. Mit ihm sprechen wir über private Altersvorsorge, geringe Rendite sowie Riesterrente.

Die geförderte private Altersvorsorge in Deutschland ist teuer und hat eine nur geringe Rendite. Sehen Sie noch eine Zukunft für die Riester-Rente?

Udo Langendörfer: Nein.

Viele Riester-Verträge sind laut dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales ruhend gestellt, es wird also nichts eingezahlt und auch der Staat zahlt in diesen Fällen nicht weiter. Warum hören Menschen auf in ihre Riesterrente einzuzahlen?

Udo Langendörfer: Weil sie langsam begreifen, dass hier lediglich Steuergelder benutzt werden, um die Versicherungswirtschaft zu subventionieren.

Der Garantiezins wird ab 2022 auf 0,25% herabgesetzt, lohnt es sich dann überhaupt noch eine Riester-Versicherung abzuschließen?

Udo Langendörfer: Riester hat sich auch mit höheren Garantiezinsen nicht gelohnt.

Kann sich die Police trotz der hohen Kosten und der schwachen Ertragsentwicklung für manche Menschen dennoch lohnen?

Udo Langendörfer: Ja, für den Versicherungsmakler.

Geht es nach der SPD wird die Riester-Rente von einer Erwerbstätigenversicherung abgelöst. Was halten Sie von diesem Vorschlag?

Udo Langendörfer: Derselbe Unfug. Es braucht eine Reform der gesetzlichen Rentenversicherung. Dazu müssen einfach alle in den sogenannten Generationenvertrag einbezahlen, nicht nur Arbeiter und Angestellte, sondern auch alle Freiberufler, Selbständige, Beamte, Landwirte und so fort. Generation für Generation. Und Versicherungsunternehmen, die shareholder-value betreiben müssen, dürfen mit Altersversorgung nichts zu tun haben.

Herr Langendörfer, vielen Dank für das Gespräch!

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