Stefanie Szisch: Immobilien in Stadtmetropolen und auf dem Land

Frau Stefanie Szisch ist Geschäftsführende Gesellschafterin von VIVEST GmbH. Im Interview beantwortet sie Fragen zu Immobilien als beliebte Geldanlage, Preiszusammensetzung sowie Veränderung der Immobilienpreise.

Stefanie Szisch

Immobilien sind eine beliebte Geldanlage der Deutschen, aber die Preise für Immobilien liegen teils weit auseinander. Für eine Zweiraumwohnung in Berlin-Charlottenburg zahlt man so viel, wie für ein Haus mit Grundstück an manchen Rändern Berlins. Wie setzt sich der Preis einer Immobilie zusammen?

Stefanie Szisch: Die Kaufpreise von Immobilien basieren auf dem Grundprinzip der Marktwirtschaft: Angebot und Nachfrage. In differenzierter Betrachtung der drei Faktoren Bodenwert, Sachwert und eben der Marktwert gilt es zudem noch zwei Punkte zu beachten: den der zukünftigen Wirtschaftlichkeit und oder das eigene Herzblut bei einer Selbstnutzung. Generell gilt: die Nachfrage wird unter anderem durch die Lage beeinflusst. In Städten sind Immobilien ein begrenztes Gut, welche von der sehr guten Infrastruktur profitieren. Gerade in Berlin beeinflusst unter anderem die Wohnungspolitik mit dem ‚Umwandlungsverbot von Miet- in Eigentumswohnungen‘ das Kaufpreisgefüge, weil das eh schon begrenzte Angebot noch weiter verknappt wird.

Was halten Sie für die bessere Geldanlage: Landhaus oder Stadtwohnung?

Stefanie Szisch: Es kommt auf das Ziel der Investition an: wenn ich die Immobilie vermieten möchte, um eine sichere Geldanlage zu schaffen, sollte ich eine möglichst große Zielgruppe für meine Immobilie haben. Dann ist eine Stadtwohnung aufgrund der hohen Nachfrage und Wohnungsknappheit die richtige Wahl. Wenn mein persönlicher Wunsch die Selbstnutzung von Wohneigentum ist, dann ist mein Geld aber auch in einem Traumhaus mit sofortigem Gegenwert gut angelegt.

Wohin geht der Trend? Urbanisierung oder hat Corona zu mehr Landflucht geführt?

Stefanie Szisch: Unser hauseigener Vertrieb stellt in der Vermarktung den Trend fest, dass sich die Suchprofile der Kunden immer stärker vom Stadtzentrum weg in Richtung Stadtrandlagen fokussieren. Das betrifft vor allem Familien, die aufgrund des höheren Platzbedarfs nach größerem, bezahlbaren Wohnraum suchen. Zudem haben wir festgestellt, dass die zentrale Stadtlage bei vielen an Attraktivität verliert, insofern die kulturellen und gastronomischen Angebote ausbleiben und der bisher kurze Fahrweg zur Arbeit durch Homeoffice-Lösungen keinen Mehrwert mehr darstellt.

Wie werden sich die Immobilienpreise für Häuser auf dem Land und in den Metropolen verändern?

Stefanie Szisch: Entsprechend der stetig steigenden Nachfrage nach Wohneigentum und die gleichzeitige Verknappung des Angebotes werden auch die Preise weiter steigen. Die Immobilienwerte stehen zudem in Abhängigkeit ihrer Lage und einer guten Infrastruktur. Für ein bequemes und erlebnisreiches Leben wird die Nähe zur Metropole gesucht, die gute Anbindung vom Land zur Stadt kostet … entsprechend werden sich hier die Zahlen der Kaufpreise spiegeln und steigern.

Macht es bei den teils sehr hohen Preisen überhaupt noch Sinn, sich einen Kredit über 20-30 Jahren aufzubürden?

Stefanie Szisch: Vermögensbildung per Immobilienkauf auf Kreditbasis würde ich nicht als „Bürde“ bezeichnen, sondern bei den derzeit historisch niedrigen Zinsen als besonders vorteilhafte Investition. Meistens decken sich die monatlichen Mietzinszahlungen auf ein fremdes Konto mit den für den Kauf einer Immobilie anfallenden Kreditraten – nur mit dem Unterschied, dass die Raten auf das eigene Konto eingezahlt werden. Zudem ist der Gegenwert mit der Immobilie sofort gegeben, die Wertsteigerung von Wohneigentum ist das Plus. Fazit: Ja, ein passender Immobilienkredit macht auf dem derzeitigen Zinsniveau nicht nur wirtschaftlichen Sinn, sondern ermöglicht vielen Menschen auch ihr wohnliches Lebensglück und langfristig finanzielle Freiheit.

Frau Szisch, vielen Dank für das Gespräch!

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