Björn Kleinhammer: Im Mittelpunkt sollte immer der Mensch stehen

Björn Kleinhammer ist Geschäftsführer B-Research in Bremen. Mit ihm sprechen wir über Karriere- und Berufsberatung, Eignungsdiagnostik sowie Karrierecoaching.

Beschäftigte stehen häufig vor einem beruflichen Scheideweg und wissen nicht wohin. Der Begriff ist zwar allgemein bekannt, aber was versteht man unter einer Karriereberatung?

Björn Kleinhammer: Bei dieser Frage nehme ich mal Karriere- und Berufsberatung zusammen. Für mich geht es dort zunächst um eine Eignungsdiagnostik, die ich mit Tests und Gesprächen durchführe. Erst dann kann man mit dem Klienten zusammen eine Karriere planen. Als Beispiel: Einer 45-jährige Verkäuferin bringt es nichts, wenn bei der Eignungsdiagnostik rauskommt, dass sie Medizin hätte studieren sollen. Das Ziel Ärztin ist dann nicht mehr wirklich realistisch. Wenn so etwas ist, schauen wir, was es sonst noch im medizinischen Bereich gibt und planen, wie der Weg zu dem Ziel aussehen kann.

Inwiefern unterscheiden sich also Karrierecoaching, Karriereberatung und Berufsberatung?

Björn Kleinhammer: Karrierecoaching = Ich möchte gerne berufliche Ziele erreichen aber weiß nicht, wie ich das mit meiner Persönlichkeit umsetzen kann.

Karriereberatung = Ich bin auf einem gewissen beruflichen Level und weiß nicht, was es für mich noch für Möglichkeiten gibt.

Berufsberatung = Ich kenne mich, weiß genau (oder auch nicht), was ich nicht will, aber weiß nicht, was ich beruflich will.

Nun braucht nicht jeder, der vor einer beruflichen Entscheidung steht, eine Karriereberatung. Für wen ist eine Beratung geeignet und was bekommt der/die Ratsuchende im Beratungsangebot an Information?

Björn Kleinhammer: Grundsätzlich ist die Beratung so verschieden wie die Klienten. Es steht ja meist ein Veränderungswunsch im Raum. Wenn jemand sich innerhalb seines Karrierelevels verändern möchte, sollte zunächst geklärt werden, ob es am Beruf oder am Unternehmen liegt. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass die für mich „falsche“ Firma mir meinen eigentlich guten Job ziemlich vermiesen kann.

Wie ernst zu nehmen sind Karriereberatungen? Sind sie wirklich ein Sprungbrett in die Karriere oder nur simple Geldschneiderei?

Björn Kleinhammer: Ich kann da nur für mich sprechen. Bei meinen Klienten habe ich schon sehr oft einen „Aha“-Moment erlebt. Da ich sehr häufig weiterempfohlen werde, scheinen die Klienten meine Arbeit ernst zu nehmen.

Für viele Klienten war die Zusammenarbeit mit mir ein Sprungbrett in ein anderes berufliches Leben.

Mit welchen Kosten müssen Interessenten rechnen und wie finden sie ein seriöses Beratungsangebot?

Björn Kleinhammer: Bei mir kostet die „normale“ Beratung zwischen 500,- und 800,- Euro. Das hängt von einigen Faktoren ab, die ich im Erstgespräch abkläre. Aus meiner Sicht gehört zu einer seriösen Beratung immer ein kostenloses Erstgespräch. Erst nach dem Erstgespräch kann ich sagen, ob und wie ich den Menschen helfen kann. Ich finde es ziemlich unpassend, für eine Angebotserstellung Geld zu verlangen. Auch wenn ich von der Beratung lebe, so sollte im Mittelpunkt immer der Mensch und nicht das Geld stehen. Das wäre ein Punkt, an dem ich seriöse von unseriösen Angeboten unterscheide.

Dazu käme noch, mit welchen Methoden wird gearbeitet und wie wirkt der Berater/die Beraterin auf mich im Gespräch.

Herr Kleinhammer, vielen Dank für das Gespräch!

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