Markus Weiß: Besonderes Augenmerk auf Wertschätzung und Inklusion legen

Markus Weiß ist stellvertretender Unternehmenssprecher McDonald’s Deutschland LLC. Mit ihm sprechen wir über geschlechtsneutrale Kommunikation, nachhaltiges Engagement sowie Gleichberechtigung.

Markus Weiß

Die FAZ und die Hochschule Darmstadt haben in einer Umfrage herausgefunden, dass 16 von 30 DAX-Unternehmen die Einführung von gendergerechter Sprache planen. Wie ist Ihre Meinung dazu?

Markus Weiß: Auch für uns war die Einführung von gendersensibler Sprache ein wichtiger Schritt, denn eine geschlechterneutrale Kommunikation unterstreicht unser nachhaltiges Engagement für ein diverses Unternehmen.

Gendergerechte Sprache soll Diskriminierung verhindern, plant Ihr Unternehmen ähnliche Maßnahmen und welche Diskriminierungsprävention nutzen Sie?

Markus Weiß: Gleichberechtigung, Toleranz und Diversität stehen seit jeher im Mittelpunkt des Handelns von McDonald‘s. Sollte es dennoch in unserer Verwaltung oder in den Restaurants zu irgendeiner Form von Diskriminierung am Arbeitsplatz kommen, bieten wir unseren Mitarbeiter:innen an, Kontakt zu einer neutralen, externen Vertrauensstelle aufzunehmen. Zudem sensibilisieren wir unsere Franchise-Nehmer:innen und Führungskräfte dahingehend, dass sie ein besonderes Augenmerk auf die Einhaltung unserer Werte „Wertschätzung“ und „Inklusion“ legen.

Haben Sie bereits gendergerechte Sprache intern bzw. in der Kommunikation mit Kunden eingeführt?

Markus Weiß: Um unser Unternehmen zu einem Arbeitsplatz zu machen, an dem sich alle Mitarbeiter:innen als Individuen respektiert und wertgeschätzt fühlen, nutzen wir seit einigen Wochen in unserer internen Kommunikation eine gendersensible Sprache. Hierfür haben wir unseren Mitarbeiter:innen eine Guideline an die Hand gegeben, um die sprachliche Umsetzung zu erleichtert. In ihr empfehlen wir die Verwendung des Gender-Doppelpunktes, der bereits in etlichen Medien Anwendung findet und zudem für Menschen mit Behinderung als angenehm gilt, da u.a. Screenreader auf diesen ausgelegt sind. Mit Beginn des kommenden Jahres werden wir gendersensible Sprache auch vollumfänglich in unserer externen Kommunikation einsetzen.

Glauben Sie, dass gendergerechte Sprache bei Kunden besser ankommt und damit dem Absatz steigern kann?

Markus Weiß: Wir sind der Überzeugung, dass wir mit der Einführung gendersensibler Sprache ein Zeichen für mehr Geschlechtergerechtigkeit setzen. Uns ist aber bewusst, dass die Umsetzung gendersensibler Sprache öffentlich sehr kontrovers diskutiert wird, was sich auch in der Kommunikation mit unseren Gästen widerspiegelt. Für uns ein Zeichen dafür, wie wichtig dieser Schritt hin zu einem diskriminierungsfreien Arbeitsplatz ist.

Aktuelle Analysen zeigen, dass internationale Unternehmen mit hoher Gender-Diversität eine größere Wahrscheinlichkeit haben, überdurchschnittlich erfolgreich zu sein. Die Einführung gendersensibler Sprache unterstützt als ein Baustein ein diverses Arbeitsumfeld und damit einen positiven Effekt.

Wie hoch ist der Frauenanteil in Ihrem Unternehmen? Und verdienen Frauen bei Ihnen so viel, wie die Männer im gleichen Beruf?

Markus Weiß: Wenn nicht alle Mitarbeitenden in allen Bereichen und auf allen Ebenen gleiche Chancen haben, wird es auch nicht gelingen, ein Unternehmen überall gleichermaßen vielfältig zu machen. So liegt bei McDonald’s in Deutschland der Frauenanteil in der Verwaltung und in den unternehmenseigenen Restaurants (Crew und Management) inzwischen bei knapp 50 Prozent, der Vorstand ist paritätisch besetzt. Für uns und unsere Franchise-Nehmer:innen gilt dabei der zwischen dem Bundesverband der Systemgastronomie (BdS) und der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) geschlossene Tarifvertrag und somit eine geschlechterunabhängige Bezahlung. McDonald’s Deutschland setzt sich außerdem zum Ziel, seine Mitarbeiter:innen bestmöglich zu fördern und ihnen Perspektiven zu bieten. Zukunftsaussichten wie einen Karriereweg in unserem Unternehmen ermöglichen wir allen Mitarbeiter:innen gleichermaßen. Hiermit haben sie selbstverständlich auch die gleichen Perspektiven beim Einkommen.

Herr Weiß, vielen Dank für das Gespräch!

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