Dr. Dirk Andres: Momentan gibt es wenig Unternehmensinsolvenzen

Dr. Dirk Andres ist Fachanwalt für Insolvenzrecht und Partner der überregionalen Kanzlei AndresPartner. Mit ihm sprechen wir über Anstieg von Unternehmensinsolvenzen, auslaufende Hilfspakete sowie Verkürzung der Restschuldbefreiung.

Dr. Dirk Andres

Kann man davon ausgehen, dass durch die Pandemie die Unternehmensinsolvenzen weiter steigen?

Dr. Dirk Andres: Einen Anstieg wird es unserer Meinung nach nur mittelfristig geben, wenn das Kurzarbeitergeld und die gesetzlichen Hilfspakete nach und nach auslaufen.

Welche Unternehmen mit welchen Geschäftsmodellen könnten besonders betroffen sein?

Dr. Dirk Andres: Besonders betroffen von der COVID-Pandemie und dem Strukturwandel sind unserer Meinung nach Einzelhandel, Gastronomieketten und die Automobilzulieferer.

Bisher gibt es viele Unternehmens-Pleiten: Warum läuft es mit der finanziellen Unterstützung so schlecht?

Dr. Dirk Andres: Das ist nicht so. Aufgrund der staatlichen Unterstützung gibt es momentan gerade wenig Unternehmensinsolvenzen. Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen hingegen ist in diesem Jahr stark gestiegen. Das hat aber weniger mit der COVID-Krise zu tun. Die Ursache liegt hier in der Verkürzung der Restschuldbefreiung von sechs auf drei Jahren und einem damit verbundenen Nachholeffekt.

Wovon hängt die Zahl der Insolvenzen noch ab?

Dr. Dirk Andres: Von den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.

Corona paradox: Experten betonen, dass eine weitere Insolvenzwelle möglicherweise ausbleibe. Könnte das bei der jetzigen Wirtschaftsentwicklung der Fall sein?

Dr. Dirk Andres: Ja, das sehen wir ähnlich. Die staatlichen Hilfen kommen in den Unternehmen an und geben ihnen die Möglichkeit, viele Probleme zu überwinden.

Herr Andres, vielen Dank für das Gespräch!

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